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Streit um Gesetzentwurf : Darf sich ein Meister „Bachelor professional“ nennen?

Ein Auszubildender beim Gasschweißen Bild: dpa

Die geplanten Begriffe betonten die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, lobt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Doch im Bundesrat formiert sich Widerstand.

          Wer eine Fortbildung zum Industriemeister, Bilanzbuchhalter oder geprüften Betriebswirt bestanden hat, ist beruflich hochqualifiziert. Allerdings ist dies der breiteren Öffentlichkeit und erst recht ausländischen Unternehmen nicht besonders vertraut. Daher hat die Bundesregierung Gesetzespläne mit neuen Oberbegriffen für solche Abschlüsse auf den Weg gebracht: Die Bezeichnungen „Bachelor professional“ und „Master professional“ sollen zeigen, dass sie als gleichwertig mit entsprechenden Universitätsabschlüssen gelten.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wertet den Gesetzentwurf, über den der Bundestag am Donnerstag erstmals beraten hat, insoweit als großen Fortschritt, um die berufliche Bildung zu stärken. Im Bundesrat aber, der sich an diesem Freitag damit befasst, formiert sich Widerstand: Die Kultusminister der Länder lehnen die geplante Änderung ab, weil sie das Ansehen der Hochschulabschlüsse „Bachelor“ und „Master“ gefährde. Sie „verstärkt das Risiko einer mittelbaren Entwertung der akademischen Qualifikationsbezeichnungen“, heißt es in der Empfehlung des federführenden Kulturausschusses. Der Bundesrat will am Freitag seine Änderungsanträge zum Gesetzentwurf beschließen.

          Im Interesse der Fachkräftesicherung?

          DIHK-Präsident Eric Schweitzer zeigt sich nun besorgt. „Für Unternehmen ist der Fachkräftemangel im Bereich der beruflich Qualifizierten besonders drängend“, warnt er. Die neuen Bezeichnungen könnten „mehr junge Menschen für einen Einstieg in die berufliche Bildung begeistern“, sagte er der F.A.Z. „Es wäre daher im Interesse der Fachkräftesicherung gut, wenn auch der Bundesrat den Begriffen Bachelor Professional und Master Professional zustimmen würde.“ Die Kultusminister wollen den Bilanzbuchhalter und den Industriemeister jedoch stattdessen als „Junior professional“ einstufen – was deren Ansehen aus Sicht der Kammern nicht gerade stärken dürfte.

          Die von der Bundesregierung geplanten Begriffe seien „sehr gut geeignet, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung auch sprachlich zum Ausdruck zu bringen“, betont Schweitzer. Sie seien aber unterschiedlich genug, „um eine Verwechslung mit den hochschulischen Abschlüssen auszuschließen“. Teil desselben Reformpakets ist auch die umstrittene Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für Lehrlinge. Hierzu fordern die Kultusminister, auf den im Gesetzentwurf vorgesehenen Gestaltungsspielraum für Tarifparteien zu verzichten.

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