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Frauen im Vorteil : Wie man zu einer Soziologie-Professur kommt

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Wer eine Professur in Soziologie möchte, sollte weiterhin vor allem eines tun: Viel publizieren. Bild: Picture-Alliance

Wer in der Sozialwissenschaft in den Professorenrang aufsteigen will, muss noch immer vor allem vielfältige Veröffentlichungen vorweisen. Aber es schadet auch nicht, eine Frau zu sein - im Gegenteil.

          Auf dem Weg zur Professur zählen nicht nur Publikationen, sondern auch Mitgliedschaften in Verbänden, gut gepflegte Netzwerke oder akademische Preise. Bisherige Studien zu akademischen Karrierewegen verließen sich aber meist auf die harte Währung der Veröffentlichungen. Eine Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, die Karrierewege aller derzeit an Universitäten beschäftigten deutschen Soziologen untersuchte, bezog nun auch soziale und symbolische Faktoren ein.

          Im Ergebnis bleibt auch hier die Publikation die wichtigste Variable, besonders in Journalen, die im Social Sciences Citation Index gelistet sind. Ein gutes Netzwerk erhöht die Publikationschance, reicht aber nicht, solange es sich nicht schriftlich niederschlägt. Insgesamt stärken die Ergebnisse die Vermutung, dass der Arbeitsmarkt der universitären Soziologie nach dem Leistungsprinzip funktioniert.

          Institutionelles Prestige fällt, anders als im Elite-System der Vereinigten Staaten, kaum ins Gewicht. Auslandsstudien machen sich nur positiv bemerkbar, wenn sie für Publikationen relevant sind. Die Studie bestreitet auch die gängige Annahme, dass akademische Leistungen von Frauen in der Soziologie weniger anerkannt würden als die von Männern: Frauen müssen für eine Professur im Schnitt deutlich weniger publizieren. Bei sonst gleichen Faktoren liegt ihre Chance auf eine Professur 1,4 Mal höher. Bisherige Studien haben diesen relativen Vorteil mit der hohen Zahl von Gender-Lehrstühlen in der Soziologie erklärt.

          12 von 94 Frauen bekommen ihre Professur in den Gender Studies, bei den Männern sind es nur 2 von 202. Nach der neuen Studie sind die Aussichten von Frauen auf eine Professur aber auch außerhalb der Gender Studies noch um 36 Prozent größer. Trotzdem waren unter den Befragten, die eine feste Professur erreichten, nur 31 Prozent weiblichen Geschlechts. Der Anteil von Frauen an der Gesamtuntersuchung hatte noch bei 41 Prozent gelegen.

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