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Was Ausländern spanisch vorkommt : Die Welt zu Gast bei Freunden

  • -Aktualisiert am

Chinesen stellen die größte Gruppe der ausländischen Studenten Bild: AP

Immer mehr Ausländer kommen zum Studium nach Deutschland. Vielen gefällt, dass sie hier zu Eigenständigkeit angehalten werden. Allerdings gibt es Probleme mit dem Geld, der Bürokratie und der Sprache.

          Als Pei Zhang im April 2003 in Deutschland eintraf, fielen ihr als Erstes die vielen älteren Menschen auf. "In China sieht man überall Junge auf den Straßen", sagt die Studentin aus der Provinz Shan Xi. Die 24-Jährige hatte noch mehr Gelegenheiten zum Staunen. Die Autos halten für Fußgänger an, wenn die Ampel auf Grün springt! Zur Hochschule geht man nur, wenn Vorlesung ist oder man in der Bibliothek arbeiten möchte. In China ist das anders. Die Uni steht auf einem Campus mit Wohnheimen, Mensa, Supermarkt und sogar einem Friseur. "Die Studenten konzentrieren sich aufs Lernen", sagt Pei Zhang. "In Deutschland müssen sie alles selbst organisieren."

          In einem fremden Land eine Bleibe suchen und einen Haushalt führen - das fällt ausländischen Studenten nicht immer leicht, gleich, woher sie stammen. "In ihrer süd- oder südostasiatischen Heimat leben sie in großen Familienverbänden", berichtet Hannelore Bossmann, die beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für diese Region verantwortlich ist. An den deutschen Unis reden Ausländer oft genug nur mit anderen Ausländern - auf Englisch. Viele fühlen sich recht einsam.

          Freundschaft fällt schwer

          Auch Pei Zhang fiel es anfangs schwer, Freundschaften mit einheimischen Kommilitonen zu schließen. Ihr Deutsch war noch holprig. Manch einer brachte nicht die Geduld auf, ihr zuzuhören. Inzwischen spricht sie gut, hat in Kursen, auf Partys und beim Sport Kontakte geknüpft: "Viele Menschen hier sind begeistert von der chinesischen Küche. Deshalb laden wir Studenten und Dozenten jedes Jahr zu unserem Frühlingsfest ein."

          Die hochgewachsene Frau ist in Stendal, einer Stadt in Sachsen-Anhalt, für Betriebswirtschaft eingeschrieben. Dort leben etwa 1400 Studenten. Die Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) hat seit fünf Jahren einen Kooperationsvertrag mit der Uni in Zhangs Heimatstadt Taiyuan. Deshalb entschied sich Zhang für Deutschland, einen Staat, mit dem viele Chinesen Begriffe wie "Intercity" und "Bier" verbinden, sagt sie. Ein Jahr lang besuchte sie einen Intensivsprachkurs, dann begannen die Seminare. Sie ist fleißig. Drei Praktika hat sie hinter sich, eines im Deutschen Technikmuseum, ein zweites in der Personalabteilung eines Pharmaunternehmens. Während ihre deutschen Kommilitonen Business English lernen, liest Zang die Wirtschaftspresse und prägt sich Wörter wie "Ölpreissteigerung" und "Wirtschaftsforum" ein.

          26.061 chinesische Studenten

          Chinesen stellen unter den ausländischen Studenten die mit weitem Abstand größte Gruppe, gefolgt von Bulgaren, Polen, Russen und Marokkanern. Im Jahr 2000 waren 8745 Studenten aus dem Reich der Mitte an hiesigen Hochschulen, im Jahr 2005 waren es schon 26 061. Franzosen, Briten und US-Amerikaner kommen hingegen eher selten zu uns. "In China wird die deutsche Technikerausbildung hoch geschätzt", berichtet Pei Zhang. Viele ihrer Kommilitonen aus Taiyuan sind in Magdeburg, wo sich der zweite Standort der Hochschule mit 5000 Studenten befindet, für Fächer wie Maschinenbau und Abfallwirtschaft immatrikuliert.

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