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Vergabe von Studienplätzen : Wartezeitquote für Medizinstudium soll wegfallen

  • Aktualisiert am

Wer darf Medizin studieren? Das wird nun ganz neu geregelt. Bild: dpa

Etwa 14 Wartesemester brauchte es zuletzt, um ohne Spitzenabitur Medizin studieren zu können. Jetzt soll die Vergabe von Plätzen nach Wartezeit nach dem Willen der Bundesländer ganz abgeschafft werden.

          Die Vergabe von Plätzen für ein Medizinstudium nach Wartezeit soll nach dem Willen der Bundesländer wegfallen. Die Abiturnoten sollen aber weiterhin ausschlaggebend dafür sein, wer ein Studium im Fach Humanmedizin beginnen darf. Darauf haben sich die Länder während der Kultusministerkonferenz (KMK) in Erfurt geeinigt. Die Beschlüsse der KMK sind für die Länder nicht bindend. Mindestens 20 Prozent der Studienplätze sollen an die Abiturbesten vergeben werden, hieß es in einer Mitteilung der KMK vom Freitag.

          Die Länder reagieren damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember vergangenen Jahres. Karlsruhe hatte damals entschieden, dass das Verfahren zur Vergabe von Medizin-Studienplätzen teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss. Das Gericht monierte auch, dass die Abiturnoten in den Ländern annähernd vergleichbar sein müssten. Dafür soll laut KMK zunächst ein Ausgleichsmechanismus greifen - solange, bis die Vergleichbarkeit auf politischem Weg hergestellt wurde.

          Neben den Abiturnoten sollen nach dem Willen der Länder künftig noch zwei weitere „eignungsbasierte“ Kriterien bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen eine Rolle spielen. Welche das sind und welches Gewicht sie beim Vergabeverfahren haben werden, soll noch in diesem Jahr geklärt werden, hieß es am Freitag. Ob die Wartezeit in anderen Quoten berücksichtigt werden kann, soll demnach geprüft werden.

          Auf jeden Medizin-Studienplatz kommen derzeit statistisch gesehen etwa 5 Bewerber. Die Plätze werden bislang auf unterschiedliche Arten vergeben: 20 Prozent werden über die Note vergeben, 20 Prozent über die angesammelte Wartezeit und 60 Prozent über Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH-Quote).

          Die Zahl der Bewerber für ein Medizinstudium war zuletzt noch einmal stark gestiegen. Im Wintersemester 2017/2018 bewarben sich mehr als 43.000 Menschen auf knapp 9200 Plätze. Damit kamen auf jeden Studienplatz fünf Interessenten.

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