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Unordnung : Keiner will mit WG-Messies zusammenleben

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Hilfe, Unordnung! Mit Zeitgenossen, die nicht aufräumen, möchte keiner zusammenleben. Bild: Picture-Alliance

Der Studenten-WG-Mitbewohner – wie sollte er idealerweise sein? Und vor allem: wie nicht? Dem ist nun eine Umfrage auf den Grund gegangen.

          Die Studenten-WG ist ein gut erforschtes Gebiet, national wie international. Seit der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks wissen wir zum Beispiel, dass knapp ein Drittel aller Studenten in Deutschland in einer Wohngemeinschaft lebt. Es sind genau 30 Prozent, weniger also als Studenten mit einer eigenen Wohnung (38 Prozent), aber mehr als jene, die während des Studiums bei den Eltern wohnen (20 Prozent). Und gerade erst warb die Universität Cottbus mit den günstigsten WG-Zimmern im ganzen Land. Dass Wohnen überall teurer wird und die Wohnkostenpauschale im Bafög-Satz von derzeit 250 Euro kaum noch reicht, um eine Bleibe zu finden, gehört zu den Alltagserfahrungen vieler Studenten.

          Die Uni Cottbus also trommelte mit einem durchschnittlichen Preis von 208 Euro für ein WG-Zimmer in der Stadt. Das habe eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts in Berlin ergeben, derzufolge nur fünf deutsche Uni-Standorte WG-Zimmer haben, deren Durchschnittspreis unterhalb der Wohnkostenpauschale liege. Sie befinden sich allesamt in den neuen Bundesländern. Untersucht wurden 93 deutsche Hochschulstädte mit mehr als 5000 Studierenden. Was nach oben möglich sei, habe mal wieder München gezeigt, wo ein solches Zimmer im Durchschnitt 570 Euro koste. Der Bundesdurchschnitt betrage 353 Euro.

          Umfrage identifiziert die „nervigsten Mitbewohner“

          Neben den Kosten und der Entfernung zur Uni sind vor allem die Mitbewohner für die Qualität oder die Lebensdauer einer WG entscheidend. Was diesen Punkt betrifft, hat sich das Unternehmen Uniplaces umgehört, ein internationaler Online-Marktplatz für Studentenunterkünfte mit Sitz in Portugal, aber mit Büro in Berlin. Die schon bekannten Daten zum WG-Leben wurden erweitert, indem mittels einer Umfrage die „nervigsten Mitbewohner“ in Wohngemeinschaften gesucht wurden. Ausschlaggebend waren die Antworten von mehr als 2200 in ganz Europa per Facebook befragten Studenten. Kernfrage war, welcher Typ Mitbewohner den WG-Frieden am meisten stört und mit wem man niemals zusammenleben wollte. Die Antworten legen den Schluss nah, dass den meisten Hygiene über alles geht – und zwar sowohl die Wohnung als auch den Mitbewohner betreffend.

          79 Prozent der Befragten wählten auf die Frage „Mit welchen Menschen würdest du niemals zusammenleben wollen?“ die Antwort: mit einem Messie. Der hat es, bevor er in Umfragen landete, schon in den Duden geschafft, wo er so beschrieben wird: „jemand, dessen Wohnung völlig unordentlich, chaotisch und voller nutzloser Gegenstände ist“. Als K.-o.-Eigenschaften der Mitbewohner wurden außerdem „eine schlechte Körperhygiene“ genannt (59 Prozent), außerdem wenn jemand „seine Rechnungen zu spät bezahlt“ (52 Prozent) oder „das Essen stiehlt“ (43 Prozent). Richtet sich letzteres gegen den berüchtigten Kühlschrankdieb, der die eigene Kasse schont, indem er sich an den Vorräten der Mitbewohner bedient, gaben 39 Prozent dem eher anhänglichen, unselbständigen Typus schlechte Noten: Sie wollten auf keinen Fall mit jemanden zusammenleben, „der klammert“.

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