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Studien- und Berufswahl : Starthilfe für Sinnsucher

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Ein effektiver Altruist würde für die Behandlung in Entwicklungsländern spenden, weil er damit mehr Menschen helfen kann als mit der Ausbildung eines Blindenhundes. Effektive Altruisten betreiben also eine Kosten-Nutzen-Rechnung für wohltätige Zwecke. Ende 2013 haben Mannino und ein Team von sieben Leuten zunächst einen Verein gegründet. Der wurde im vergangenen Jahr in eine Stiftung umgewandelt. Mittlerweile gibt es dort 25 Vollzeitstellen. Es gibt Büros in Basel in der Schweiz und in Berlin. In Wien, Zürich, London, New York und Hyderabad in Indien arbeiten Menschen für die Stiftung.

Die Entstehung und das rasante Wachstum sind Zeichen, dass sich etwas verändert hat: Früher ging es in erster Linie darum, mit einer Arbeit seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Bei der Wahl des Berufs gab es wenige Optionen. Die meisten Menschen absolvierten eine Ausbildung. 6,1 Prozent der Schulabgänger hatten 1960 die Hochschulreife und konnten ein Studium anschließen. Die meisten aber ergriffen den Beruf, den schon ihre Eltern ausgeübt hatten. Er sollte dem eigenen Leben vor allem Sicherheit geben, man stellte ihn nicht gleich in Frage, auch wenn einem die Arbeit gar nicht so gut gefiel. Heute ist die Arbeit für die meisten Menschen noch immer dazu da, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Doch niemand muss mehr seinen Eltern nacheifern. Die Möglichkeiten, aus denen man auswählen kann, sind gigantisch.

Statt 6,1 Prozent wie im Jahr 1960 haben heute rund 51 Prozent der Schulabgänger Abitur und dadurch die Chance auf ein Studium. 2015 gab es in Deutschland mehr als 18 000 verschiedene Studiengänge. Hinzu kommen Abertausende auf der ganzen Welt. Gerade bei Schul- und Uni-Absolventen führt das oft dazu, dass sie lange hadern, bevor sie sich für einen Weg entscheiden. Oder sie entscheiden sich nach einigen Semestern an der Uni oder Jahren im Beruf noch mal um. Manch einer ist sein Leben lang auf der Suche nach beruflicher Erfüllung. Was viele eint, ist ihr Wunsch, etwas Sinnvolles zu machen. Woher kommt das?

Sinnsuche im Beruflichen wie Privaten

„Die Suche nach dem Sinn liegt in der Natur des Menschen“, sagt Tim Hagemann. Er ist Psychologe, leitet in Berlin das Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin und ist Professor an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld. Schon als Kinder beginnen wir nach dem Sinn unseres Tuns zu fragen. Ganz massiv werden diese Fragen in der Pubertät, wenige Jahre bevor sich die meisten Menschen für einen Berufsweg entscheiden. „Es ist eine menschliche Eigenschaft, dass wir Dinge planen, die für uns positiv besetzt sind - im Berufs- wie im Privatleben“, sagt Hagemann. „Und es befriedigt uns zutiefst, wenn wir unsere persönlichen Stärken einsetzen können, um unsere Ziele zu erreichen.“

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