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Nach dem Abschluss : Wo Studenten arbeiten möchten – und wo nicht

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Studenten sitzen dicht gedrängt in einem Hörsaal. (Archiv) Bild: dpa

Weil das Leben günstiger und die NCs niedriger sind, zieht es immer mehr junge Leute zum Studieren in die Uni-Städte in Ostdeutschland. Nach ihrem Abschluss wollen die meisten Absolventen allerdings schnell wieder weg.

          Wer einen in Ostdeutschland erworbenen Uni-Abschluss in der Tasche hat, der will einer Studie zufolge häufig wegziehen. So möchten etwa zwei Drittel der Studenten in Sachsen-Anhalt nach dem Abschluss ihren Wohnort in ein anderes Bundesland verlegen. In den anderen ostdeutschen Flächenländern sieht es ähnlich aus. Von allen westdeutschen Bundesländern erhält Rheinland-Pfalz den schlechtesten Wert. Hier lag der sogenannte Abwanderungssaldo bei minus 40 Prozent.

          Das geht aus einer am Mittwoch in Köln publizierten Studie der Universität Maastricht und des Personaldienstleisters Studitemps hervor. Befragt wurden im September 2018 bundesweit rund 18.700 Studenten und Absolventen.

          Die wichtigste Kennzahl der Studie ist der sogenannte Abwanderungssaldo je Bundesland. Eingerechnet in diesen Wert sind nicht nur Uni-Absolventen, die ein Bundesland für ihre erste Stelle verlassen, sondern auch die, die für ihre erste Anstellung in das jeweilige Bundesland kommen. In Bundesländern mit positivem Saldo gibt es also mehr arbeitswillige Absolventen als Studienplätze. Bei einem negativen Saldo ist es genau umgekehrt.

          Wenig überraschend ist der Abwanderungssaldo in Berlin positiv. In der Bundeshaupt liegt der Wert bei 78 Prozent. Viele Absolventen drängt es laut der Studie in die Stadtstaaten. Der Abwanderungssaldo für Hamburg lag etwa bei rund 160 Prozent. Für Hamburg heißt das also, dass statistisch gesehen auf 100 Studienplätze 260 Absolventen kommen, die in der Hansestadt einen Job haben wollen. Viele möchten zudem in Bayern und Baden-Württemberg arbeiten – in Süddeutschland gibt es wegen einer starken Industrie viele Jobs.

          „Der Osten verliert massiv Absolventen, während Stadtstaaten und wirtschaftlich ohnehin starke Regionen gewinnen“, sagte Studitemps-Chef Eckhard Köhn. Dadurch komme Hamburg finanziell sehr gut weg. Für die Länder mit der Abwanderung sei das hingegen finanzieller Ballast.

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