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Uni-Städte : Studenten aus MINT-Fächern sind standorttreu

  • -Aktualisiert am

Volle Reihen: Maschinenbau-Vorlesung an der TU München Bild: TU München

Wo liegt das deutsche Silicon Valley? Ein Beratungsunternehmen wollte es genauer wissen - und fand auch allerlei darüber heraus, wohin es die meisten naturwissenschafts- und technikaffinen Studenten treibt.

          Die Frage, wo denn das deutsche Silicon Valley liegt, gilt als albern. Die Heimat von Google, Apple und Co. sei unvergleichlich, heißt es, nicht nur Deutschland könne da nicht mithalten. Das Beratungsunternehmen Deloitte wollte es für seine Studienreihe „Datenland Deutschland“ trotzdem wissen – nicht, welche deutsche Region wie das Silicon Valley ist, sondern welche die führenden Digitalstandorte hierzulande sind. Und weil neben der Struktur des Arbeitsmarkts und der Industrie (vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnik) auch die Hochschullandschaft bewertet wurde, kamen die Studenten als Standortvorteil ins Spiel. Vor allem die MINT-Studenten. Drei Fragen beeinflussten die Auswahl der besten deutschen Tech-Standorte: Gibt es gute technische Universitäten? Wie viele MINT-Studenten sind vor Ort? Und wie attraktiv sind die Städte für den Berufseinstieg?

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die deutsche Stadt mit den meisten MINT-Studenten ist Berlin. 77.000 sind dort in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik eingeschrieben. Mit großem Abstand folgt München (53.000) – diese beiden Städte belegen im Gesamtklassement der besten deutschen Digitalstandorte auch die Plätze 1 und 2. Dahinter liegt keine weitere Millionenstadt, sondern Darmstadt. Hier gibt es 36.000 Studenten in MINT-Fächern, mehr als in Stuttgart oder Hamburg etwa. Auch Karlsruhe (29.000) gilt als einer dieser kleineren, aber attraktiven Tech-Standorte.

          Das spiegelt sich auch in der MINT-Quote: In Aachen etwa studieren mehr als drei Viertel aller Studenten MINT-Fächer, kaum weniger sind es in Darmstadt (74 Prozent), Braunschweig (73 Prozent) und eben Karlsruhe mit 69 Prozent. Bei den Universitäten in den Großstädten ist der MINT-Anteil in Stuttgart (49 Prozent) und in München (41 Prozent) am größten. Was die Reputation in den MINT-Fächern betrifft, liegen die bekannten Namen vorne. Die Münchner Universitäten hätten insgesamt die höchste Reputation, gefolgt von Berlin, Aachen, Karlsruhe und Darmstadt. München gelte in Mathematik, Informatik und Technologie als führend, Hannover in den Naturwissenschaften, Berlin, Aachen und Darmstadt im Technologiebereich. In der Informatik belegten Bonn und Heidelberg die Plätze 2 und 3.

          Für den Berufseinstieg ist Hamburg am beliebtesten

          Gefragt, welche Stadt sie sich für ihren Berufseinstieg wünschen, antworteten viele der von Deloitte befragten MINT-Studenten überraschend: 34 Prozent von ihnen würden Hamburg bevorzugen – noch vor München (33 Prozent) und Berlin (26 Prozent). Dahinter folgten Frankfurt, Köln, Stuttgart und Düsseldorf. Punkten konnten Städte aber auch dann, wenn möglichst viele Studenten sich nach dem Abschluss einen Verbleib dort vorstellen können. Münster belegte in dieser Kategorie den ersten Platz, fast alle befragten MINT-Studenten würden nach ihrem Studium gern dort bleiben. Es folgen München, Hamburg und Berlin.

          Generell zeige sich bei deutschen MINT-Studenten der Wunsch, am aktuellen Studienort zu bleiben und dort zu arbeiten. Drei Viertel peilten dies an. Knapp zwei Drittel wären aber auch bereit, außerhalb Deutschlands zu arbeiten. Die von den MINT-Talenten favorisierten Städte: London, New York, Stockholm, Los Angeles und Sydney.

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