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Hochschulen : Hauptsache international

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Ziel ist es auch hier, landeskundliche, sprachliche und methodische Kompetenzen für internationales und transnationales Arbeiten und Forschen in Europa und Ostasien aufzubauen. „Deshalb studieren alle je ein Semester in Japan und Korea“, sagt Sicks. Die übrigen Semester finden in Deutschland statt. „An dem Programm sieht man, wie sich sehr gute transnationale Kooperationen mit Universitäten für die Studenten auszahlen.“

So weit das Beispiel Bonn. Die Vorteile international vernetzter Universitäten für die Studenten lassen sich allerdings auch verallgemeinern.

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Da ist zunächst die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen: An der Humboldt-Universität in Berlin haben 14 Prozent der Lehrkräfte keinen deutschen Pass, sagt Ursula Hans, die Leiterin des dortigen International Office. Sie ist sicher, dass noch wesentlich mehr internationale Fachkräfte an ihrer Hochschule beschäftigt sind – Leute, die über einen längeren Zeitraum hinweg im Ausland waren, aber jetzt wieder in Deutschland lehren und forschen. Die kosmopolitischen Lehrkräfte kämen den Studenten in vielerlei Hinsicht zugute. „Sie bringen andere Erfahrungswerte und Vorkenntnisse aus anderen Systemen mit und haben oft auch andere Herangehensweisen im Unterricht und bei Vorlesungen“, sagt Ursula Hans. Und weiter: Es sei ein Qualitätsmerkmal einer Universität, möglichst viel Vielfalt in der Lehre anbieten zu können.

Kommt hinzu, dass Internationalisierung und die Möglichkeit von Auslandsaufenthalten den Fremdsprachenkenntnissen dient: Zwar spricht fast jeder Student heute Englisch, aber keinesfalls gut genug, um es auch später im Beruf gewinnbringend einsetzen zu können. Dasselbe gilt für andere Fremdsprachen. „Es ist deshalb ein großer Unterschied, ob Studenten zum Reisen oder für einen studienbezogenen Aufenthalt ins Ausland gehen“, sagt Ursula Hans. „Sie vertiefen ihre Sprachkenntnisse auf einer ganz anderen Ebene, wenn sie ein Praktikum oder ein Semester an einer ausländischen Universität studieren.“ Aktuell gehen laut Hans 30 Prozent aller Studenten der Humboldt-Universität im Laufe ihres Studiums ins Ausland.

Auch die Kontakte können nützlich sein

Neben der Sprache können sich aber auch internationale Kontakte als nützlich erweisen, ob nun während des Studiums oder im späteren Berufsleben. An der Humboldt-Universität gibt es zum Beispiel in mehreren Studienfächern internationale Lerngruppen. Hier kommen Berliner Studenten mehrmals im Semester mit Studenten aus aller Welt über digitale Plattformen zusammen und knüpfen Kontakte. Auch bei Auslandsaufenthalten oder in einem internationalen Studiengang an einer deutschen Hochschule können Studenten früh nützliche Kontakte knüpfen. „Später arbeiten sie vielleicht in der Forschung zusammen, oder sie kennen passende Experten fürs Unternehmen“, sagt Ursula Hans.

Was hinzu kommt: Je internationaler, desto mehr Förderung. Seit dem Jahr 2016 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung zum ersten Mal dauerhaft Universitäten. Das sogenannte Exzellenzprogramm soll die Spitzenforschung an deutschen Universitäten weiter voranbringen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit als Wissenschaftsstandort stärken. Das Ministerium rief alle Universitäten dazu auf, sich mit der gesamten Bandbreite ihrer Angebote und Stärken zu bewerben. „Zahlreiche internationale Kooperationen helfen natürlich, das Können der Universitäten in der Forschung unter Beweis zu stellen“, sagt Kai Sicks von der Universität Bonn. Und davon profitierten am Ende auch die Studenten. Denn höhere Fördergelder für die Universitäten bedeuten bessere Studienbedingungen für alle.

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