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Abiturnoten : Viele Einser in Münster, niedrige Durchfallquote in Thüringen

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Ist das Abitur überall gleich schwer? Bild: dpa

In Nordrhein-Westfalen gibt es an diesem Freitag Halbjahreszeugnisse. Ein guter Grund, mal einen Blick auf die Statistik der Abiturnoten zu werfen. Wo gibt es die besten Schnitte? Wo fallen die meisten durch?

          Im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es heute für die Schüler Halbjahreszeugnisse. Passend dazu gab es auch eine spannende Statistik über Abiturnoten: Münster ist demnach die Heimat der Einser-Abiture; nirgendwo sonst in NRW stand beim Jahrgang 2017 so oft eine Eins vor dem Komma, berichten die „Westfälischen Nachrichten“. Landesweit hätten die Münsteraner auch den besten Abischnitt mit 2,28. Ganz NRW erreichte eine Durchschnittsnote von 2,46.

          Solche Nachrichten verwundern kaum, wenn man sich die Bevölkerungszusammensetzung der Regionen des Bundeslandes ansieht: Im Ruhrgebiet, wo die Dichte an Akademikerfamilien deutlich geringer ist als in Münster, fällt die Durchschnittsnote etwa deutlich ab und liegt unter dem Landesschnitt.

          Ob die Noten der Münsteraner Schüler auch deutschlandweit spitze sind, lässt sich indes nicht so einfach ermitteln: Aufgrund des Bildungsföderalismus führt jedes der 16 Bundesländer seine eigene Statistik; bei der Kultusministerkonferenz (KMK) lässt sich nur ein Notenvergleich zwischen den Bundesländern abrufen, nicht aber auf Ebene der einzelnen Städte.

          Dieser zeigt: Nordrhein-Westfalen liegt im Ländervergleich bei den Abi-Durchschnitten im hinteren Mittelfeld. Nur in Rheinland-Pfalz, Bremen und Niedersachsen waren die Abiturschnitte im Durchschnitt schlechter. Mit einem Gesamtschnitt von 2,18 erzielten die Schüler in Thüringen die besten Abiturnoten, gefolgt von Brandenburg und Sachsen.

          Die Statistik der KMK zeigt auch, wo Schüler im Durchschnitt am häufigsten durch die Abiturprüfung fallen: 2017 erzielte hier Mecklenburg-Vorpommern mit einer Nichtbestehens-Quote von 7 Prozent den Rekord. Am seltensten rasselten Schüler in Thüringen durch; hier waren es nur 2,1 Prozent, die nicht bestanden. Bayern wird laut dieser Statistik seinem Ruf nicht gerecht, ein besonders hartes Abitur zu haben: Mit 3,5 Prozent Nichtbestehens-Quote liegt das Land hier eher im Mittelfeld.

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