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Start-ups : Die besten Gründer-Unis in Deutschland

Hort der Innovation: Startup-Team des Inkubators Unternehmertum an der TU München Bild: privat

Mehr Start-ups braucht das Land! Aber wo bekommen Studenten das beste Handwerkszeug für eine spätere Unternehmensgründung?

          Ist das noch eine Nachricht oder schon eine Meldung in Dauerschleife, dass die Technische Universität (TU) München zum Primus unter den deutschen Hochschulen ernannt wird, wenn es um die Bedingungen für Unternehmensgründungen geht? Weil das natürlich eine gemeine Frage ist, geht es auch so herum: Die Münchner werden offenbar nicht müde, Start-ups ihrer Studenten entschlossener zu fördern als jede andere Hochschule hierzulande. Das hatte schon der sogenannte Gründungsradar des Stifterverbandes aus dem Jahr 2016 ergeben. Und das ist auch eines der Ergebnisse des Start-up-Monitors 2018, einer Befragung der jungen Branche durch den Bundesverband Deutsche Startups.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Teilte sich die TU München vor zwei Jahren unter den großen Hochschulen des Landes den Platz 1 mit der Hochschule München (bei den mittleren Hochschulen war es die Leuphana Universität Lüneburg, bei den kleinen die Business School Leipzig, kurz HHL), so sehen die Plazierungen hinter der TU im aktuellen Start-up-Monitor so aus: Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die RWTH Aachen belegten die Plätze 2 und 3. Das war exakt die Reihenfolge aus dem vergangenen Jahr. Bis Platz 10 folgen die Technische Universität Berlin, die Freie Universität Berlin, die Universität Mannheim, die Handelshochschule Leipzig (HHL), die Universität Bremen, die Universität zu Köln und die Otto Beisheim School of Management (WHU).

          In die jährlich erscheinende Monitor-Umfrage flossen die Daten von 1550 Startups und 3763 Gründern ein, um ein Bild der Szene in Deutschland zu zeichnen; 17647 Beschäftigte kamen hinzu. Die TU München landete unter den Hochschulen auf Platz 1, weil von den befragten Gründern die meisten, nämlich 3,7 Prozent, ihren Abschluss dort gemacht haben. Die Top 10 der deutschen Hochschulen haben zusammen rund 21 Prozent der Monitor-Gründer ausgebildet.

          MINT schwächelt

          Die Durchleuchtung der deutschen Start-up-Szene ergab außerdem, dass ein hoher Arbeitsaufwand und ein Hochschulabschluss meistens zum Gründen dazugehören: Durchschnittlich arbeiteten Gründer 56 Stunden in der Woche, 25 Prozent von ihnen haben einen Master-Abschluss, nur etwas weniger (23,9 Prozent) ein Diplom, 19 Prozent einen Bachelor, und rund 13 Prozent sind promoviert. Was die fachliche Herkunft betrifft, ist es bei den beiden großen Blöcken geblieben: Jeweils rund 41 Prozent der Gründer kommen aus den Wirtschaftswissenschaften und den MINT-Fächern, also Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Technik. Allerdings hat die erste Gruppe mit Herkunft BWL, VWL oder Ähnlichem um vier Prozentpunkte zugenommen, die zweite um sechs Prozentpunkte abgenommen. Mit anderen Worten: MINT schwächelt.

          Dass Studenten oder junge Wissenschaftler mit ihren Start-ups mitunter andere Hürden zu nehmen haben als klassische Gründer, spielt im Monitor keine Rolle. Allerdings gibt es an anderer Stelle Kritik am Abhängigkeitsverhältnis zwischen Gründern und Uni oder Forschungseinrichtung. Es geht unter anderem um Patentrechte und finanzielle Vereinbarungen zu Lasten studentischer Gründer. Im Sommer hatte es sogar eine kleine Anfrage mehrerer Abgeordneter an die Bundesregierung zum Thema „Ausgründungen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen“ gegeben.

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