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Ranking für junge Unis : Das nächste Harvard könnte in Südkorea sein

Unter den besten 100 jungen Universitäten der Welt: Die Ruhr-Universität Bochum Bild: dpa

Eliteunis haben oft eine jahrhundertelange Tradition. Doch auch jung und dynamisch kann gut sein, finden die Autoren eines Uni-Rankings das Hochschulen bewertet, die nicht älter als 50 Jahre sind. Deutschland kommt gar nicht schlecht weg.

          Wer wird das Harvard der Zukunft? Vielleicht ist es sogar eine deutsche Universität; noch bessere Chancen haben aber Hochschulen aus Asien, Großbritannien oder Australien. Das jedenfalls legt ein Hochschulranking der besonderen Art nahe, das gerade im „Times Higher Education Magazine“ erschienen ist. In der Auswertung geht es nicht um Traditions-Unis, sondern um junge Hochschulen, die vor weniger als 50 Jahren gegründet worden sind.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Sechs deutsche Universitäten haben es in die Liste der 100 vielversprechendsten Hochschulen der Zukunft geschafft: Ulm, Konstanz, Bayreuth, Bielefeld, Bochum und Duisburg-Essen. Die Top-Plätze allerdings nehmen Unis aus anderen Ländern ein: Ganz oben im Ranking findet sich die Pohang-Universität aus Südkorea, auf Platz zwei folgt die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne aus der Schweiz und auf Rang drei das „Korea Advanced Institute of Science and Technology“. Weil auch noch eine Uni aus Hongkong und eine aus Singapur unter den ersten zehn Hochschulen der Liste vertreten sind, hat Asien in der Gesamtschau wohl die besten Voraussetzungen dafür, in einigen Jahrzehnten eine Art modernes Harvard zu beheimaten.

          Besonders oft in der Liste der besten 100 Junguniversitäten vertreten sind allerdings auch mit je 14 Vertretern Hochschulen aus Großbritannien und Australien. Unter die besten zehn schafft es jedoch nur eine britische Hochschule: die Universität Lancaster. Trotz des relativ guten Abschneidens deutscher Hochschulen ist gar keine deutsche Junguniversität unter den Top 10 vertreten - die beste deutsche Hochschule kam auf Rang 16.

          Das Ranking arbeitet nach einer Punktemethode. 30 Prozent der möglichen Punkte kann eine Universität im Bereich „Forschung“ erzielen, eine Rolle spielen dabei das Forschungsvolumen, die Forschungseinnahmen und die Reputation. Weitere 30 Prozent der zu erreichenden Punkte gibt es im Bereich Zitationen, um den Einfluss der Forschungsarbeit sichtbar zu machen. Mit gleicher Gewichtung wird außerdem die Lehre an der betreffenden Uni bewertet. 7,5 Prozent der möglichen Punkte gibt es für die Universitäten schließlich noch im Bereich Internationalität zu holen und 2,5 Prozent im Bereich Innovationen - hier wird gemessen, wie viel Geld die Industrie für Innovationen der betreffenden Uni ausgibt.

          Das Ranking bewertet bewusst Junguniversitäten, um sich diejenigen Hochschulen anzusehen, „die es geschafft haben, innerhalb weniger Dekaden zur Weltelite zu werden anstatt innerhalb einiger Jahrhunderte“, so schreiben die Autoren. Diese Hochschulen seien so dynamisch, dass sie am ehesten das Potential aufwiesen zum Harvard oder Oxford der nächsten Generation zu werden.

          Während Deutschland im vergangenen Jahr nur vier Erwähnungen in der Liste fand, sind dieses Jahr noch zwei deutsche Unis hinzugekommen: Ulm ist zum ersten Mal im Ranking vertreten und mit Platz 16 direkt als beste deutsche Universität bewertet. Auch die Ruhr-Universität Bochum war vergangenes Jahr noch nicht bei den Top 100 dabei und belegt nun Platz 60.

          Manchmal allerdings scheinen die Kriterien für eine „junge“ Hochschule in dem Ranking etwas technisch. Denn einige Teilnehmer haben doch schon eine sehr lange Universitätstradition, bloß hat sich ihr Status erst kürzlich durch Abspaltungen oder Fusionen verändert. Die jüngste der in der Liste vertretenen Hochschulen ist zum Beispiel die Medizinische Universität Wien, die erst im Jahr 2004 zur autonomen Universität wurde - auch wenn sie eigentlich schon viel länger existiert. Als zweitjüngste Uni im Ranking gilt die Universität Duisburg-Essen. Auch die Hochschulen in Duisburg und in Essen sind eigentlich schon viel älter, doch nach der Fusion der beiden im Jahr 2003 wurde für das Ranking neu gerechnet.

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