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Neuer Studiengang : Spionage als Hochschulfach

  • Aktualisiert am

Bild: Picture-Alliance

Ein neuer Studiengang befasst sich mit der Arbeit von Geheimdiensten. Die ersten 35 Studenten haben heute ihr Studium begonnen.

          Wenn es James Bond tatsächlich gäbe, dann könnte er sich ab sofort mit einem Studium noch besser auf seine Arbeit als 007 vorbereiten: Am Montag ist der erste deutsche Masterstudiengang für Geheimdienste – unter dem Titel „Intelligence and Security Studies“ (MISS) – an der Bundeswehr-Universität in Neubiberg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Haar (beides Landkreis München) gestartet. Das teilte die Bundeswehr-Universität am Montag mit. Der Studiengang soll sich wissenschaftlich mit der Arbeit der Nachrichtendienste auseinandersetzen, erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für die Nachrichtendienste des Bundes, Staatssekretär Johannes Geismann. Ziel sei es, die nachrichtendienstlichen und sicherheitsbezogenen Ausbildung weiter zu professionalisieren und die Forschung durch die Einrichtung spezifischer Professuren zu fördern.

          Rund 35 Studenten haben an diesem Montag mit ihrem Studium begonnen – nach Angaben des Sprechers der Bundeswehr-Universität in München arbeiten sie alle bereits heute für einen der deutschen Geheimdienste. In Deutschland ist das der erste Studiengang dieser Art. In anderen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich sei die akademische Ausbildung der Nachrichtendienstmitarbeiter schon Normalität, sagte der Sprecher. Ziel des zweijährigen Studiengangs sei die Verknüpfung von nachrichtendienstlichen und sicherheitsbezogenen Aspekten, sagte ein Sprecher der Bundeswehr-Uni.

          Die Initiative geht auf eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundeskanzleramt sowie den Ministerien für Verteidigung und Inneres zurück. Dementsprechend können nun Mitarbeiter der Nachrichtendienste von Bund und Ländern gemeinsam mit Soldaten des militärischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr ausgebildet werden.

          Die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung wird laut Pressemitteilung vorwiegend für die nachrichtendienstliche Ausbildung zuständig sein. Die Universität der Bundeswehr ergänzt die Ausbildung mit den Bereichen Big-Data-Analyse, Cyber-Sicherheit und internationale Politik. In allen Disziplinen sollen sich die Studierenden auch mit ethischen Fragen beschäftigen, wie es hieß.

          Es handelt sich um einen zweijährigen Präsenzstudiengang. Je nach Studienschwerpunkt wird am Ende ein „Master of Arts“ (M.A.) oder ein „Master of Science“ (M.Sc.) als akademischer Abschlussgrad verliehen. Das Angebot richtet sich vor allem an Mitarbeiter der Nachrichtendienste des Bundes und der Länder sowie an Soldaten des Militärischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr.

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