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Neue Hochschultypen : Die ungeliebte Artenvielfalt

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Bild: F.A.Z. / Tresckow

Neue Hochschultypen wie Colleges und Professional Schools sollen auch in Deutschland blühen. Doch Studierende und Wissenschaftler lehnen den Vorstoß ab. Dahinter steckt Angst vor Unübersichtlichkeit und Statusverlust.

          Wie eine Haarwaschmittel-Werbung klingt es, wenn die Technische Universität München auf ihrer Homepage zum Lehramtsstudium für Gymnasien aufruft: „Die Inhalte des ersten und zweiten Semesters in einem kompakten Studienangebot: Two in One!“ Bewerbungsschluss für das „Steilkurs-Studium“, das den „Schnellstart ins Lehramt“ ermögliche, ist Ende Januar. Straff und praxisnah soll an der TU studiert werden können, seit dort im Juli 2009 mit der Gründung der „TUM School of Education“ die Lehrerausbildung neu organisiert worden ist. Gefördert von der Deutschen Telekom Stiftung, führt sie Studierende bereits im ersten Semester an die Schulpraxis heran und stellt, so die Marketing-Abteilung der international renommierten Spitzenhochschule, „in bundesweit einmaliger Weise eine personelle Verschränkung zwischen Lehrkräften einer Universität und eines Gymnasiums“ her. Vorbild der Münchener sind die amerikanischen „Professional Schools“, die mit Blick auf den Arbeitsmarkt eine stark berufsbezogene, schnelle Ausbildung ermöglichen - in der Lehrerbildung, aber auch in der Rechtsprechung und in der Medizin.

          Bislang haben Professional Schools in der deutschen Hochschullandschaft Seltenheitswert. Doch geht es nach dem Deutschen Wissenschaftsrat, soll sich das jetzt ändern: Das aus 24 Fachleuten bestehende, vom Bundespräsidenten berufene Gremium hat Bund und Ländern jetzt empfohlen, sich neuen Hochschultypen zu öffnen. Universitäten und Hochschulen allein reichten nicht mehr aus, „um die gewachsene Vielfalt der individuellen und gesellschaftlichen Erwartungen an akademische Einrichtungen erfüllen zu können“, formuliert der Wissenschaftsrat in seiner Empfehlung. Als alternative Formen werden neben berufsnahen Professional Schools auch Colleges sowie Duale Hochschulen und Fernuniversitäten genannt.

          Nicht nur die Studierenden sind skeptisch

          „Ich frage mich, was dieser Vorschlag bringen soll“, sagt Florian Pranghe, Vorstand des Freien Zusammenschlusses von Studierendenvertretungen in Deutschland FZS. Für eine Förderung neuer Hochschultypen sieht Pranghe, der ein klassisches Chemie-Studium an der Universität Köln absolviert, keinen Bedarf. „Aus Sicht der Studierenden steht die Qualität der Lehre, eine gute Betreuungsrelation und die Abschaffung von Studiengebühren im Mittelpunkt - und das hat nichts mit der Hochschulform zu tun.“ Pranghe vermutet Ziele hinter der Initiative, die den bisherigen Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen zum Nachteil gereichen könnten. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass nicht öffentliche Gelder gekürzt werden, um sie wiederum in private Hochschulen zu stecken.“ Ebenso spricht sich der FZS-Vorstand gegen die Gründung eigener Colleges durch Unternehmen aus. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Wirtschaft dann schnell wieder aus der Förderung zurückzieht und staatliche Hochschulgelder eingesetzt werden müssen, um diese Privathochschulen am Leben zu halten“, sagt Pranghe. All dies wirke sich negativ auf die Lehrqualität aus.

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