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Neue Fächer an der Uni : Deutschlands erster Start-up-Studiengang

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Ganglabor für Bewegungsanalyse und Biomechanik in der Uniklinik Friedrichsheim Bild: Wolfgang Eilmes

Digitalisierung und demographischer Wandel hinterlassen immer tiefere Spuren im Fächerangebot der Unis. Biomechanik und Pflege werden zunehmend akademisiert und auch der Gründergeist soll geweckt werden.

          Maschinenbau und Biomechanik, das scheint nur auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen: Die Technische Universität Clausthal plant für das neue Wintersemester eine Verzahnung von beidem, und zwar, so die TU, als eine der ersten Hochschulen in Deutschland. Bis zum 15. Oktober ist eine Einschreibung möglich und somit die Entscheidung, ob Sport- und Fitnessgeräte, Prothesen oder ergonomisch verbesserte Autositze Inhalt des eigenen Bachelor-Studiengangs Maschinenbau sein sollen. Die neue Studienrichtung Biomechanik – neben Allgemeinem Maschinenbau und Mechatronik die dritte innerhalb des sechssemestrigen Studiengangs Maschinenbau – sei auch eine Reaktion auf den demographischen Wandel. Viele Menschen arbeiteten länger als früher, brauchten deshalb ergonomische Arbeitsplätze, im Alltag zudem Hilfsmittel wie Assistenzsysteme, und auch Medizin und Physiotherapie böten reichlich Anwendungsmöglichkeiten. Die wachsende Sport- und Fitnessindustrie ohnehin.

          Das Motiv demographischer Wandel lässt die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar bei Koblenz zwar außen vor, aber der Masterstudiengang Pflegewissenschaft, der noch bis Ende September offensteht, ist natürlich sehr nah dran an diesem gesellschaftlichen Dauerthema. In dem auf vier Semester angelegten Studiengang gehe es um diverse Felder der Pflege und Gesundheit, Schwerpunkte seien die „gemeindenahe und gerontologische Pflege sowie die Akutversorgung und Ethik“.

          Das erste eigene Unternehmen

          Neben dem demographischen Wandel ist ein anderer Megatrend die Digitalisierung. Und natürlich entstehen auch in ihrem Dunstkreis zum neuen Wintersemester wieder einige neue Studiengänge: So bietet die Frankfurt University of Applied Sciences ab dem Herbst den neuen zulassungsfreien Bachelor-Studiengang „Elektro- und Informationstechnik“ an – eine Mischung aus Elektrotechnik und Informatik. Er richtet sich an Schulabgänger, die sich für die Themen Industrie 4.0, erneuerbare Energien, Internet der Dinge oder vernetztes Zuhause interessieren. Einschreiben können sie sich noch bis zum 15. Oktober; an diesem Tag starten auch die Vorlesungen.

          Die Digitalisierung wird häufig in einem Atemzug mit der Gründung von Start-ups genannt – dort entstehen digitale Innovationen oft am schnellsten. Wie man Unternehmen gründet, das lässt sich ab Herbst in Deutschlands erstem Start-up-Studiengang studieren, und zwar an der Hochschule Bremerhaven. „Gründung, Innovation, Führung“ heißt der neue Bachelor. Wer ihn beendet, hat nicht nur einen Studienabschluss, sondern, so steht es jedenfalls auf der Website, sogar ein erstes eigenes Unternehmen. „Denn das gründest du zusammen mit anderen im Rahmen des Studiums“, schreiben die Bremerhavener. Allerdings: Zum jetzt startenden Wintersemester ist die Bewerbungsfrist schon verstrichen.

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