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Neue Elite-Universität in Karlsruhe : "Die besten Wissenschaftler der Welt sollen kommen"

Bald ein Paar: Die Universität Karlsruhe ... Bild: ddp

Karlsruhe will zum Mekka für junge Spitzenkräfte werden: Die ausgezeichnete Universität und das Forschungszentrum fusionieren zum Karlsruher Institut für Technologie. Ziel: Mehr Freiheiten, Mittel und Verantwortung für junge Forscher.

          Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat am Dienstag seine Arbeitsschwerpunkte als international wettbewerbsfähiges Forschungszentrum vorgestellt. Es handelt sich um einen Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe (TH), die in der ersten Runde der Exzellenzinitiative gemeinsam mit den Universitäten in München als Eliteuniversität ausgewählt wurde und das KIT als Zukunftskonzept vorgelegt hatte. Vorbilder für das KIT sind sowohl die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich als auch das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die im 19. Jahrhundert beide nach dem Vorbild der Karlsruher Universität gegründet wurden. Zwischen den beiden Karlsruher Institutionen gibt es eine jahrelange Zusammenarbeit, die nun institutionalisiert werden soll. Damit werden zum ersten Mal außeruniversitäre und universitäre Forschung in einer Institution zusammengeführt. Die übrigen Universitäten beschränken sich zumeist auf Kooperationsverträge.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Schwerpunkt Energietechnologien

          Die Karlsruher wollen auf diese Weise die besten Wissenschaftler der Welt anlocken sowie neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung setzen. So werden sich die Forscher des bisherigen Forschungszentrums auch an der Lehre beteiligen, und schon Nachwuchswissenschaftler können in die Forschung einbezogen werden, wenn sie entsprechend vielversprechende Vorschläge unterbreiten. Bisher sollte es nur eine einzige "Young Investigator Group" geben, nun sind es sieben. Dabei erhalten junge Wissenschaftler für vier bis fünf Jahre Mittel für eine eigene kleine Forschungsgruppe, wobei die Arbeit zwischendurch freilich auf ihre Zukunftstauglichkeit überprüft wird.

          ... und das Forschungszentrum werden zum Karlsruher Institut für Technologie - kurz: KIT

          Zu den wichtigsten Arbeitsbereichen gehört das zukünftige Zentrum Energie. Das Forschungszentrum war als "Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft" 1956 angetreten, den ersten deutschen Kernreaktor zu bauen und die zivile Nutzung der Kernenergie in Deutschland möglich zu machen. In den neunziger Jahren wurde es zu einer der erfolgreichsten natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen Europas. Schon bisher flossen 25 Prozent der öffentlichen Mittel in Deutschland für die Erforschung nuklearer Sicherheits- und Endlager, erneuerbarer Energien und rationeller Energieumwandlung und -nutzung an das Karlsruher Forschungszentrum. Die meisten dieser Projekte werden von der Helmholtz-Gemeinschaft betreut, die schon 2004 alle wissenschaftlichen Programme des Karlsruher Forschungszentrums als international führend einstufte.

          571 Millionen Euro für 8000 Mitarbeiter

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