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„Mensa des Jahres“ : Gaumenfreuden für Studenten

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Von wegen Nürnberger Würstchen mit Kraut: Ein Teil der Salatbar Bild: Tobias Schmitt

Die Universität Nürnberg hat die beste Mensa in Deutschland, lautet das Ergebnis einer Abstimmung unter mehr als 32.000 Studenten. Zum zweiten Mal wurde eine Mensa aus Bayern Sieger: Geschmackstest vor Ort.

          Hell ist der Speisesaal, eine Glasfront lässt das Tageslicht herein, die Studenten blicken direkt ins Grüne auf ein kleines Wäldchen. "Das ist ein sehr schöner Raum. Mir gefällt das Ambiente", sagt Franziska Hoffmann, die Erziehungswissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert. Mit ihrer Meinung ist sie nicht allein: Die Mensa Regensburger Straße in Nürnberg hat in einer Abstimmung des Hochschulmagazins "Unicum", an der sich mehr als 32.500 Studenten beteiligt haben, den Titel "Mensa des Jahres" errungen. Zum zweiten Mal wurde damit eine Mensa aus Bayern Gesamtsieger - 2007 war die "Mensa Burse" des Studentenwerks Würzburg die beste Deutschlands.

          Wer in der Regensburger Straße isst, wundert sich nicht über das gute Abschneiden von Küchenchef Jürgen Pickel und seinem Team. Die neun Mitarbeiterinnen, die zwei Auszubildenden und der 33 Jahre alte Chef selbst geben sich alle Mühe, um den Studenten gutes Essen zu bieten. Schon morgens um halb sieben sind sie auf den Beinen. Die Mensa öffnet zwar erst um 9 Uhr, wenn die Studenten dort auch frühstücken können. Zuvor muss aber schon alles für das Mittagessen vorbereitet werden, zu dem jeden Tag 600 bis 800 Studenten - zum größten Teil von der erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg - kommen. Unter ihnen sind viele junge Frauen, auch deshalb legen der Koch und sein Team viel Wert auf fettarmes und leichtes Essen: Es gibt ein Salatbuffet mit mehr als 50 verschiedenen Komponenten.

          Drei Gerichte, Salatbar, Gemüsebuffet

          Jeden Tag können die Gäste unter drei unterschiedlichen Gerichten wählen: zum Beispiel Blumenkohl mit Schinken und Käse überbacken, mit Kartoffeln, Rinderroulade mit Kartoffelpüree oder Pasta mit Spinat-Gorgonzola-Soße. Ein Gericht ist immer fleischlos. Und für die, die besonders ausgewogen essen wollen, gibt es ein Gemüsebuffet. Salat, Gemüse und Kartoffeln bezieht die Mensa zum größten Teil von Äckern und Feldern in der Region, das Schweine- und Rindfleisch kommt in der Regel aus Deutschland.

          Fränkische Gastlichkeit: Regensburger Straße 160 in Nürnberg

          Aber was sagt all das schon über den Geschmack, der beim Essen den Ausschlag gibt? Mathieu Paille kommt aus dem Mutterland der Haute Cuisine, zum ersten Mal isst der Franzose, der zurzeit ein Praktikum an einer deutschen Schule absolviert, heute in der Regensburger Straße zu Mittag. Brokkoli mit Zitronensaft, Spargel und Pommes frites hat er sich auf sein Tablett geladen. "Ich bin von der vielfältigen Auswahl und dem tollen Geschmack beeindruckt", sagt er später. In Straßburg, wo er Grundschullehramt studiert, gebe es zwar auch eine gute Mensa; allgemein werden den Studenten in Frankreich seiner Meinung nach aber deutlich weniger Gaumenfreuden geboten als in Nürnberg. "Wenn meine Schule nicht so weit entfernt wäre, würde ich jeden Tag in dieser Mensa essen", versichert er.

          Vierzehn Wochen lang würden Paille dann immer wieder neue Menüfolgen präsentiert werden, erst dann wiederholt sich der Speiseplan. Oft läuft der Koch selbst durch die Tischreihen, um zu hören, ob es den Studenten geschmeckt hat. Früher habe er in zwei verschiedenen Hotels gearbeitet. Als er in die Mensa gewechselt sei, hätten ihm die Reaktionen der Kunden gefehlt. Jetzt holt er sie sich aktiv ab. Ob seine Mensa ihren Titel verteidigen wird? "Wir hoffen schon", sagt Jürgen Pickel. Sein Würzburger Kollege habe allerdings schon angekündigt, dass er die Auszeichnung als "Mensa des Jahres" zurückholen wolle. "Hauptsache, der Titel bleibt in Franken", lacht der junge Koch.

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