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MBA-Programme : Studieren mit der türkischen Elite

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Leuchtturm der Wissenschaft: Der Campus der türkischen Privat-Universität Koc Bild: Koc University

Die erste private Universität der Türkei bietet auch einen MBA-Studiengang an. Die Ausbildung öffnet die Tür zu interessanten Märkten. Und die Türken haben ehrgeizige Ziele: Im Jahr 2005 will man mit den großen internationalen Hochschulen gleichziehen.

          Wer den Weg vom Flughafen im Westen Istanbuls quer durch die lärmende, lebendige türkische Metropole hinter sich gebracht hat, über Stadtautobahnen entlang der Kette von Wolkenkratzern und vorbei an eng aneinandergedrückten Wohnsiedlungen gefahren ist, fühlt die Ruhe des Ortes deutlich. Wer erst wenige Minuten zuvor die enge, gewundene Küstenstraße am Bosporus, zwischen Fischrestaurants und Marktständen zur Linken und dem Blick über das Wasser nach Asien zur Rechten verlassen hat, ist beeindruckt von soviel unverbauter, waldreicher Landschaft. Keine Frage, der Campus der Koc-Universität ist sehenswert.

          Gegründet 1993 als erste private Universität der Türkei, gilt die Koc-Universität mittlerweile als renommierte Ausbildungsstätte für den Führungsnachwuchs nicht nur innerhalb des Landes. Vorwiegend internationale Konzerne wie ABB, Deutsche Bank, SAP, Ford, HP, die Koc-Gruppe und andere bedienen sich aus dem Reservoir der Absolventen.

          Globale Ausrichtung

          Die Hochschule finanziert sich nur zu gut einem Drittel aus Studiengebühren. Den größeren Teil bestreitet sie aus Geldern, die ihr aus der privaten Stiftung von Vehbi Koc, dem Gründer der größten Unternehmensgruppe des Landes, zufließen. Aufgrund der landesweiten Bekanntheit der Koc-Firmengruppe - sie erwirtschaftet zwischen sechs und sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Türkei - genoß die Universität vom Start weg Vertrauen und Anerkennung.

          Dozenten und Absolventen amerikanischer Elite-Universitäten überwiegend türkischer Abstammung fanden und finden als Lehrkräfte schnell den Weg an den Bosporus. Kooperationen mit weltweit anerkannten Hochschulen wie der London Business School, Harvard, Insead oder SDA Bocconi in Italien, aber auch mit der European Business School in Oestrich-Winkel oder der HHL Graduate School of Management in Leipzig verdeutlichen ihre globale Ausrichtung und Vernetzung.

          MBA-Programme sind kombiniert

          Seit 1994 wird, neben den regulären Universitätsstudiengängen für Nicht-Graduierte, die Ausbildung zum Master of Business Administration (MBA) in zwei verschiedenen Programmen angeboten. Ein viersemestriger Vollzeitstudiengang für insgesamt 25 graduierte Studenten je Studienjahr wendet sich in erster Linie an Studenten ohne oder mit geringer Berufserfahrung. Der zweite, sogenannte Executive MBA-Studiengang führt in 13 Monaten von August zu August jedes Jahres zum Abschluß. Der Unterricht ist modular aufgebaut und findet mit Ausnahme von je zwei Wochen zu Beginn und am Ende des Studiums berufsbegleitend an Wochenenden statt. Der Executive MBA ist Interessenten vorbehalten, die seit mindestens fünf Jahren im Berufsleben stehen. Insgesamt 2500 Studenten besuchen die Universität. Lediglich 85 davon absolvieren einen der beiden MBA-Studiengänge. Unterrichtssprache an der Universität mit Ausnahme der juristischen Ausbildung ist Englisch.

          Die MBA-Programme bieten eine Kombination aus rund einem Viertel Vorlesungen, einem weiteren Viertel praxisbezogener internationaler Fallstudien, etwa 40 Prozent Gruppenarbeit und zehn Prozent computergestützte Geschäftssimulationen. Im ersten Studienjahr des normalen MBA sind alle Fächer obligatorisch, im zweiten Jahr haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich zu spezialisieren.

          Gute Aussichten

          In der nationalen Rangliste der Hochschulen belegt die Universität nach den Recherchen der türkischen Wirtschaftszeitschrift "Power Magazin" den ersten Platz. Ein offizieller Vergleich mit den führenden Universitäten in anderen Ländern nach international anerkannten Kriterien fehlt bislang. Das Aufnahmeverfahren in das sogenannte European Quality Improved System (Equis) ist eingeleitet. Dies strebt die Universität an, um in die großen internationalen MBA-Ranglisten zu gelangen. "Wir sind zuversichtlich, daß wir im Jahr 2005 Mitglied der Equis sein werden", sagt Baris Tan, Direktor der Koc Graduate School of Business.

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