https://www.faz.net/-gyl-9pm6u

Manager-Karrieren : Wo die Dax-Vorstände studiert haben

Führt die Rangliste an: die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Bild: ddp

Anders als in Frankreich und Großbritannien spielen elitäre Kaderschmieden in Deutschland keine große Rolle.

          Wer die Lebensläufe der deutschen Spitzenmanager untersucht, dem fällt schnell auf, dass sich deren Studienorte über das ganze Land streuen. Die 195 amtierenden Vorstandsmitglieder der 30 Dax-Unternehmen haben insgesamt an 154 verschiedenen Universitäten und Hochschulen studiert, viele davon auch im Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Berliner Start-ups Charly-Education.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Studiert haben sie mehrheitlich Wirtschaftswissenschaften, der Anteil der Ökonomen liegt bei mehr als 50 Prozent und nimmt seit Jahren zu, während die Juristen verloren haben – nur noch rund jeder zehnte Vorstand hat Rechtswissenschaften studiert, wie aus einer Erhebung der Personalberatung Odgers Berndtson hervorgeht. Leicht darüber liegen inzwischen Ingenieure und Naturwissenschaftler.

          Eine starke Ballung auf bestimmte Universitäten kann man in den Lebensläufen nicht feststellen. Am häufigsten wurde die Ludwig-Maximilians-Universität in München besucht: Zehn Dax-Vorstände haben dort studiert, unter anderem Post-Chef Frank Appel, Merck-Chef Stefan Oschmann und Munich-Re-Chef Joachim Wenning. Auf Platz zwei folgt die RWTH Aachen. Sie ist vor allem für ihre Ingenieursausbildung bekannt, die unter anderem RWE-Chef Rolf Schmitz, Vonovia-Chef Rolf Buch und der scheidende BMW-Chef Harald Krüger durchlaufen haben. Dass man in Aachen aber auch andere Fächer erfolgreich studieren kann, zeigen die Karrieren von Bayer-Chef Werner Baumann, der dort Wirtschaft studiert hat, und von Covestro-Chef Markus Steilemann, der in Aachen Chemie und BWL studiert hat.

          Als beste ausländische Hochschule schneidet in der Rangliste die französische Kaderschmiede Insead ab. An der privaten Wirtschaftshochschule in Fontainebleau haben fünf Dax-Vorstände studiert. Zu den beliebten Hochschulen im Ausland zählen auch die Harvard University in Massachusetts, die Northwestern University in Illinois sowie die Universität St. Gallen in der Schweiz. Sie brachten jeweils drei Dax-Vorstände hervor. Für die Untersuchung wurden nur die Universitäten berücksichtigt, die aus den offiziellen Lebensläufen hervorgehen. Sollten Vorstände mehrere Hochschulen besucht haben, wurden alle berücksichtigt.

          Der Doktortitel ist in den deutschen Vorstandsetagen noch immer sehr verbreitet. 56 der 195 amtierenden Vorstände können sich damit schmücken – also rund jeder Dritte. Vor 15 Jahren waren es allerdings noch mehr als 50 Prozent. Bei einigen Unternehmen scheint der Titel sogar fast Voraussetzung zu sein für einen Vorstandsposten: Bei Covestro, Eon und RWE sitzen ausschließlich Doktoren im Vorstand.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.