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Hochschulreform : Nachbessern bei Bologna

Annette Schavan fordert von den Studenten mehr Mobilität im Inland Bild: dapd

Vertreter von Bund und Ländern haben auf der zweiten Bologna-Konferenz über die Folgen der Hochschulreform diskutiert. Nachbesserungen forderte vor allem Baden-Württemberg. Die Bildungsministerin verlangte mehr Flexibilität von den Studenten.

          Eine Reakademisierung des Bachelorstudiums hat der noch amtierende Wissenschaftsminister Baden-Württembergs Peter Frankenberg (CDU) bei der zweiten Bologna-Konferenz von Bund und Ländern in Berlin gefordert. Von einem Universitätsabsolventen erwarteten auch die Unternehmen wissenschaftliche Qualifikationen und nicht in erster Linie sogenannte „Softskills“ oder berufsbezogene Qualifikationen. Daher müsse der Bachelor breiter angelegt werden und den Fächerkulturen und Hochschultypen Rechnung tragen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Bologna-Reform dürfe das differenzierte Hochschulsystem in Deutschland, das immer eine Stärke war, nicht immer mehr verwischen. Daher seien die Technischen Universitäten in Stuttgart und Karlsruhe dazu übergegangen, ein einjähriges College-Studium vor Beginn des Studiums vorzuschalten, um die Abbrecherquoten zu senken.

          Schavan verlangt Studenten Flexibilität ab

          Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) bekräftigte, es gebe genügend Masterstudienplätze, vorausgesetzt die Studierenden sind flexibel. Während die Auslandsmobilität nach dem Bachelor verbessert sei, müsse sie im Inland weiterentwickelt werden.

          Der Vorsitzende des Akkreditierungsrates Grimm wies darauf hin, dass es noch immer länderspezifische Vorgaben gebe, die Umzüge von einem Bundesland in ein anderes erschwerten und die Studienakkreditierung zusätzlich verkomplizierten. Er appellierte an die Länder, sich auf gemeinsame Vorgaben in den verschiedenen Studiengängen zu einigen. Zugleich warf er den Hochschullehrern vor, die Bologna-Reform zu lange als formales Korsett gesehen zu haben, anstatt die Chancen für eine inhaltliche Studienreform zu erkennen.

          Bundesbildungsministerin Schavan sagte, die größte Bildungsreform sei die curriculare Reform in den vergangenen Jahren mit ihrer Kompetenzorientierung gewesen, nicht die Bologna-Reform. Die Unternehmen forderten, dass die Hochschulen mehr berufsbegleitende Masterstudiengänge anböten, die ihren Anforderungen möglichst genau entsprächen.

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