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Hochschule : Die Rückkehr der Besten

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Aber nicht nur dem Nachwuchs eröffnen sich neue Perspektiven. Das Wissenschaftsfreiheitsgesetz ermöglicht außeruniversitären Forschungseinrichtungen, etablierte Forscher mit höheren Gehältern zu locken. Auch an den staatlichen Universitäten ist die Besoldung flexibler geworden, zu ihrem Grundgehalt können Professoren nun leistungsbezogene Zulagen erhalten. „Das war für mich ein Grund, wieder in Deutschland zu arbeiten“, sagt der Physiker Matthias Neubert, der im vergangenen Jahr aus Amerika an die Universität Mainz zurückgekehrt ist.

Zahl der Auswanderer bleibt hoch

An der hohen Zahl der Auswanderer ändert das alles nichts. Die Statistiken sind jedoch nicht einfach zu interpretieren, sagt der Bremer Migrationsforscher Steffen Mau: „Wir wissen wenig über die Verweildauer, Bedingungen und Kompetenzen der Auswanderer.“ Hohe Auswanderungszahlen sind außerdem aber auch nicht zwingend von Schaden für das Heimatland. In Indien wurde in den späten sechziger Jahren ein „Brain Drain“ Richtung Silicon Valley beklagt. Der indische Technologie-Boom 30 Jahre später dürfte genau darin begründet liegen: Die zurückgekehrten Inder bereichern ihre Heimat nun mit ihrem gesammelten Wissen und ihren Kontakten – statt zum Wissensverlust kam es zum Wissenszuwachs.

So bilden auch Deutsche, die Top-Positionen im Ausland innehaben, Netzwerke, von denen Studenten und Doktoranden deutscher Universitäten profitieren. Viele Absolventen planen außerdem nur einen vorübergehenden Auslandsaufenthalt, wie eine aktuelle Studie von Mau und Kollegen zeigt. Langfristig sehen sie ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland, setzen aber auf ein internationales Netzwerk.

Matthias Vallentin allerdings hat sein Netzwerk ins Ausland gezogen. Der 25 Jahre alte Wirtschaftsinformatiker promoviert nach seinem Masterstudium in München nun in Berkeley. Seinen Doktorvater hat er in München kennengelernt, jetzt forschen beide in Kalifornien. Eine Rückkehr knüpft Vallentin selbstbewusst an Forderungen: „Wenn mir irgendwann ein Lehrstuhl für IT-Sicherheit an der TU München angeboten wird, dann komme ich vielleicht ins Grübeln. Aber im Moment denke ich eher nicht an einen Wechsel.“ Dennoch beobachte er die Entwicklung in Deutschland. Das passt ins Bild einer Studie der Prognos AG: Wissenschaftler sind demnach überdurchschnittlich „rückkehraffin“ – sie müssen nur richtig gelockt werden.

Ein „summa cum laude“ verdienen die Rahmenbedingungen in Deutschland trotz aller Veränderungen jedoch noch nicht. „Weil es bei uns kaum unbefristete Anstellungen unterhalb der Professur und kaum Tenure-Track-Positionen gibt, fehlt vielen Nachwuchswissenschaftlern eine langfristige Perspektive“, kritisiert Sabine Behrenbeck vom Wissenschaftsrat. Das Erstberufungsalter für Professoren liegt in Deutschland auch deshalb bei 42 Jahren – zu hoch, findet der Deutsche Hochschulverband, der zudem die Bezahlung der Wissenschaftler weiter für zu gering hält. „In Amerika verdienen Wissenschaftler meist mehr“, räumt auch Katja Simons von „Gain“ ein. Die Uni Karlsruhe lässt sich davon nicht beirren: In fünf Jahren soll das Institut für Technologie in Reichweite des legendären „Massachusetts Institute of Technology“ sein. Dafür werden noch viele Abwerbungen wie die von Christopher Barner-Kowollik nötig sein.

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