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Hasso-Plattner-Institut : Silicon Sanssouci

Bild: F.A.Z./Tresckow

Das Hasso-Plattner-Institut ist eine der ersten Adressen für die praxisnahe Ausbildung von IT-Ingenieuren. Die Studenten fühlen sich wie in einem deutschen Stanford - bloß ohne Studiengebühren.

          Die Computer laufen den ganzen Tag und auch die halbe Nacht. Sebastian Meyer und drei Kommilitonen arbeiten an ihrer Abschlussarbeit; alle zusammen in einem Labor, an vier Computern und einem Projekt: einer Kiste in Reisetaschengröße, die ausgestattet ist mit feinster Computertechnik, einer Multimediabox, welche die Studenten des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam nun verfeinern sollen. Der amerikanische Computerbauer Dell hat an diesem Tele-Task-Koffer bereits Interesse angemeldet. In ein paar Wochen müssen die Studenten ihr Projekt abgeschlossen haben.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Box sei so eine Art persönliches Zeugnis ihres dreijährigen Studiums, sagt Meyer. Drei Jahre lernen, drei Jahre experimentieren, drei Jahre auf dem Weg zu einem erstklassigen Informatiker. „Diesen Anspruch haben wir hier schon“, sagt Meyer. Wir – das sind 450 Studenten der Softwaresystemtechnik. Hier – das ist das Hasso-Plattner-Institut (HPI), eine kleine, feine, privat finanzierte Forschungs- und Lehreinrichtung. Der Namensgeber und mehrfache Milliardär Hasso Plattner, Mitbegründer und heutiger Aufsichtsratschef von SAP, hat sie Ende der neunziger Jahre am Potsdamer Griebnitzsee aus der Taufe gehoben.

          Mittlerweile ist das HPI zu einer der besten Software- und Computerschulen des Landes aufgestiegen. In den einschlägigen Ranglisten über die Lehr- und Forschungsqualität der deutschen Hochschulen findet sich das Institut in seiner Sparte regelmäßig in einer der führenden Positionen wieder. Es gibt eine lehrplanunabhängige Kreativ- und Designschule, es gibt enge Verbindungen nach Stanford, Peking, Haifa und Johannesburg. Fast alle Vorlesungen und Präsentationen werden digital aufgezeichnet und ins Internet gestellt.

          „Wir sind nah am wirklichen Leben“

          Das kommt an: Auf der Bildungsplattform iTunes-U machen die Lehrveranstaltungen des HPI mittlerweile ein Prozent aller auf der Welt abgerufenen Programme aus. Dafür wurde auch der Tele-Task-Koffer entwickelt. „Wir sind nah am wirklichen Leben“, sagt Christoph Meinel, Direktor und Geschäftsführer des Instituts und Inhaber des Lehrstuhls für Internet-Technologie und Systeme. Die Praxisbezogenheit öffnet HPI-Absolventen mit Bachelor-, Master- oder Doktorabschluss in der Branche später viele Türen, von der Deutschen Telekom bis zur Software AG, von BMW bis Siemens, von Microsoft bis IBM. Keine schlechten Aussichten in einer Branche, die mehr als 28.000 offene Stellen bietet.

          „Als eine der ersten Adressen für die praxisnahe Ausbildung von IT-Ingenieuren ermöglicht das HPI jungen Menschen einen hervorragenden Einstieg in unsere Branche. Gleichzeitig leistet es damit einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in unserem Land“, lässt sich Achim Berg von Microsoft zitieren. August-Wilhelm Scheer, Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, formuliert es so: „Das HPI ist eine unserer wichtigsten IT-Schulen.“ Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, befindet, die enge Verbindung von Theorie und Praxis habe das HPI zu einem Institut von Weltgeltung gemacht.

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