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Girls-20-Gipfel : „Die Initiative ergreifen, um etwas zu verändern“

Das politische Engagement von Frauen in Afrika. Es hat sich gezeigt, wenn Frauen an Friedensverhandlungen beteiligt sind, fördert das die Konfliktentschärfung. Das ist ein wahnsinnig interessantes Thema. Der Kontinent Afrika ist für viele leider zu Recht ein Sorgenkind. Ich finde es toll zu erfahren, was für eine positive Botschaft entsteht, wenn Frauen sich engagieren.

Ein Riesenthema ist die Überbevölkerung und das Selbstbild afrikanischer Männer, durch viele Kinder ihren Status zu untermauern. Ist das auch ein Thema in der nächsten Woche?

Ich finde, das Thema gehört dazu. Viele Probleme, die existieren, sind auf die Überbevölkerung zurückzuführen. Je mehr Bildung und Aufklärung gefördert werden, um so besser löst sich das Problem. Es gibt nachweislich bessere Strukturen, wenn Frauen das angehen.

Gibt es eine Begegnung, auf die Sie sich besonders freuen?

Mich hat eine Teilnehmerin aus Indien positiv überrascht. Sie studiert Raumfahrttechnik und hat ein eigenes Startup gegründet, wo sie Workshops für junge Frauen anbietet, um sie zum Beispiel in ihrem „Personal Branding“ zu schulen, ihnen bei der Vermarktung ihrer Ideen zu helfen. Es ist außergewöhnlich, dass in Indien die Hälfe der technischen Berufe von Frauen ausgeführt werden.

Wenn Sie zurück nach Hamburg kehren, sollen Sie wie alle anderen Teilnehmerinnen ein Projekt auf den Weg bringen. Was haben Sie vor?

Ich möchte ein Netzwerk zwischen Schülerinnen und Studenten gründen. Die letzten Schuljahre sind wesentlich für die Berufsfindung, viele fühlen sich allein gelassen, das weiß ich noch aus eigenem Erleben. Tipps von jemanden auf Augenhöhe zu bekommen sind eine Hilfe, um die richtige Richtung einzuschlagen. Sich übers Internet in Interessenkreisen zu vernetzten ist nicht orts- oder zeitgebunden. Oft reicht eine Initialzündung, eine nette Antwort auf Whatsapp, dann telefoniert man miteinander, das bringt so viel. Zum Beispiel auch, um Mut zu fassen, dass sich Frauen in Mint-Berufe trauen.

Und wie sieht ihr möglicher Plan B aus?

Das ist mehr eine generelle Idee. Mich beeindruckt, wie gesagt, Afrika. Ich würde gerne austesten, was man von europäischer Seite aus tun kann, um Frauen zu politischen Ämtern zu verhelfen.

Insgesamt haben sich auf der ganzen Welt 1100 junge Frauen für einen Delegiertenposten beworben. Verraten Sie uns, wie Sie sich durchgesetzt haben?

Meine Stiefmutter hat mich über ein Frauennetzwerk darauf aufmerksam gemacht. Die Bewerbung war aufwendig. Es gab viele Fragen und ich musste eine Videobotschaft drehen. Schließlich waren wir zwei Finalistinnen. Die kanadische Gründerin hat dann ein Skype-Interview mit uns geführt.

Und jetzt können Sie Ihre Ideen mit einbringen. Sie werden die Liste mit konkreten Empfehlungen zur weiblichen Erwerbsbeteiligung Lars-Hendrik Röller übergeben, einem wirtschaftspolitischen Berater der Bundeskanzlerin und der G20 Sherpa.

Das ist ein faszinierender Gedanke. Am Ende wird ein Kommuniqué verabschiedet, es geht um Energie und Klimawandel, die Digitalisierung der Wirtschaft und Migrationsfragen. Unsere Ideen werden den Regierungschefs übergeben und von ihnen gelesen. Das ist zumindest die Hoffnung.

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