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Forschungseinrichtungen : Frauen für Fraunhofer

  • -Aktualisiert am

Gutes Mischverhältnis? Eine Biochemikerin im Fraunhofer-Institut für Zelltherapie Und Immunologie. Bild: ZB

Nicht nur die Hochschulen, auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Fraunhofergesellschaft oder die Max-Planck-Gesellschaft setzen sich für die Frauenförderung ein. Teilweise mit noch mehr Ehrgeiz als die Unis.

          Noch ehrgeiziger als die deutschen Hochschulen setzen derzeit die außeruniversitären Forschungseinrichtungen geschlechterspezifische Vorgaben der Politik um - relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit. Institute wie die Fraunhofer-Gesellschaft, die viele tausend Wissenschaftler beschäftigen, müssen fortan über die Erfolge ihrer Gleichstellungsbemühungen berichten.

          Im vergangenen Herbst hatten Bund und Länder die Institute auf Initiative des Bundeswissenschaftsministeriums dazu verpflichtet, das sogenannte Kaskadenmodell umzusetzen. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein einfaches System: Der Frauenanteil einer unteren Personalstufe soll stets die Zielquote für die nächsthöhere Stufe werden. Das kann etwa heißen: Studieren in einem Fach 50 Prozent Frauen, gibt es aber nur 20 Prozent Doktorandinnen, so muss die Zahl der Doktorandinnen in einem vorgegebenen Zeitrahmen auch auf 50 Prozent erhöht werden. Dieses Modell müssen nun zum Beispiel die Max-Planck-Gesellschaft umsetzen, die Leibniz- und Helmholtz-Gemeinschaft oder die Fraunhofer-Gesellschaft. Sie werden fortan regelmäßig über den Fortschritt Bericht erstatten.

          Auch ohne Gleichstellungsbürokratie ging es schon voran

          Die Fraunhofer-Gesellschaft bemüht sich darum, bis 2016 die Zahl ihrer Wissenschaftlerinnen von 1650 auf 2300 zu erhöhen. Dazu müsse jede vierte freie Stelle im wissenschaftlichen Bereich mit einer Frau besetzt werden und 20 von 58 frei werdenden Führungsposten. Angesichts der geringen Anzahl an Wissenschaftlerinnen, die überhaupt rekrutierbar seien, sehe die Fraunhofer-Gesellschaft „dieses Ziel als sehr anspruchsvoll an“, heißt es im Bericht der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK).

          Die Leibniz-Gemeinschaft bekräftigt ihr formuliertes Ziel, bis 2016 in Leitungspositionen einen Frauenanteil von 20 Prozent zu erreichen, die Max-Planck-Gesellschaft will den Frauenanteil in professoren-ähnlichen Positionen jährlich „um mindestens einen Prozentpunkt steigern“.

          Eine ähnliche Entwicklung gab es in der Vergangenheit übrigens auch ohne Gleichstellungsbürokratie: In den vergangenen 20 Jahren stiegen im deutschen Wissenschaftsapparat die Frauenanteile; rund 52 Prozent der Absolventen sind weiblich, 44 Prozent der neuen Doktoren, 19 Prozent der neuen Professoren - dreimal so viel wie 1992. Forschungsergebnisse legen außerdem nahe, dass nicht Frauen diskriminiert werden, sondern Mütter: Die zähen wissenschaftlichen Karrieren seien für sie oft schlicht unattraktiv. jagr.

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