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Fehler in der Software : Zehntausenden Studenten droht Bafög-Verspätung

  • Aktualisiert am

Mehr Bafög - aber erst einmal gibt’s technische Hürden. Bild: dpa

Seit dem ersten August gibt es höhere Bafög-Sätze und Freibeträge. Doch eine gängige Bearbeitungs-Software kennt diese Neuerungen nicht. Deshalb könnten viele Studenten zum Semesterstart erst einmal ganz ohne Geld dastehen.

          Für mehrere Zehntausend Studenten ist es unklar, ob sie ihr Bafög rechtzeitig zum Semesterstart erhalten. Der Grund: Softwareprobleme. Schuld ist dem Deutschen Studentenwerk zufolge  eine Software zur Bearbeitung der Bafög-Anträge. Sie heißt „Bafög 21“ und hat schon häufiger Probleme bereitet - auch schon in den Jahren bevor die Studenten selbst ihre Anträge am Computer ausfüllen konnten.

          „Die Software kennt die Bafög-Änderungen noch nicht, die zum 1.8. in Kraft getreten sind“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks Achim Meyer auf der Heyde zu FAZ.NET. „Sie müssen händisch eingearbeitet werden.“ Jenseits dessen gebe es aber auch noch weitere technische Fehler, die den Bearbeitern derzeit zu schaffen machen.

          Die Folge: „Die Bearbeitungsdauer ist für jeden einzelnen Antrag deutlich länger“, so Meyer auf der Heyde. Er schloss nicht aus, dass es in den betroffenen neun  Bundesländern zu verspäteten Auszahlungen kommen könnte und Studenten zum Semesterstart womöglich ohne Geld dastehen. „Bis zu sechs Wochen“ könne die Bearbeitung eines Bafög-Antrags aufgrund der Software-Probleme dauern.

          Potentiell betroffen sind dem Studentenwerk zufolge Studenten aus neun Bundesländern: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachsen. Das Software-Programm, das ursprünglich für ganz Deutschland gedacht war, wird nämlich längst nicht mehr in allen Ländern genutzt. Viele sind mittlerweile aus dem Verbundprojekt, das die Softwarelösung über die Jahre entwickelte, ausgestiegen. Sie haben eigene Lösungen vorgezogen oder einen privaten Anbieter ins Boot geholt. Im vergangenen Jahr stammten laut Statistischem Bundesamt 111.102 Bafög-Berechtigte aus den nun von den Software-Schwierigkeiten betroffenen Bundesländern.

          Der Kreis der Antragsteller könnte aber diesmal sogar noch größer sein. Der Andrang bei den Bafög-Ämtern sei derzeit höher ist als in früheren Jahren, sagte Meyer auf der Heyde. Aufgrund der aktuellen Neuerungen rechnen sich anscheinend mehr Studenten Chancen aus, neuerdings Bafög-berechtigt zu sein. Es gibt zum Beispiel höhere Einkommens- und Vermögensfreibeträge. „Das Personal arbeitet deshalb im Moment am Anschlag.“

          Probleme gibt es auch noch an anderer Stelle. Eigentlich sollten seit dem 1. August auch alle Bafög-Anträge nicht nur per Post, sondern auch elektronisch gestellt werden können. Doch die Übermittlung an die zuständigen Studentenwerke hat Tücken. Mancherorts müssen die Anträge nach dem Ausfüllen der Eingabemaske doch noch ausgedruckt werden.

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