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Ergebnis einer Volksabstimmung : Wo Kiffer die Stipendien finanzieren

Ernte für mehr Weisheit? In einem Ort in Amerika finanzieren jetzt Marihuanasteuern Stipenden für Studenten. Bild: dpa

Kiffen für den guten Zweck? Das gibt’s wirklich. Zum ersten Mal werden Stipendien für Studenten mit Einnahmen aus Marihuanasteuern finanziert.

          Colorado ist in den Vereinigten Staaten ein Pionier, wenn es um Marihuana geht. Es war vor etwas mehr als zwei Jahren der erste amerikanische Bundesstaat, in dem der Verkauf von Marihuana als pures Genussmittel erlaubt wurde. Damit erreichte die Legalisierungsbewegung in Amerika eine neue Dimension, nachdem die Droge zuvor schon in einer Reihe von Bundesstaaten als Therapiemittel für Erkrankungen freigegeben war. Seither wurde Marihuana zum reinen Genuss auch in den Bundesstaaten Washington, Oregon und Alaska sowie in der Hauptstadt Washington erlaubt. Zum medizinischen Konsum sind die getrockneten Blüten und Blätter der Cannabispflanze in mehr als zwanzig Bundesstaaten freigegeben. Die Zahlen könnten sehr schnell steigen. Im November steht in einer Reihe weiterer Bundesstaaten die Legalisierung der Substanz als Genuss- oder Therapiemittel zur Wahl.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nun wird Colorado auf andere Weise zum Vorreiter: Zum ersten Mal werden Stipendien für Studenten mit Einnahmen aus Marihuanasteuern finanziert. Der Landkreis Pueblo County um die 100.000 Einwohner zählende Stadt Pueblo will im kommenden Studienjahr insgesamt 25 Studenten mit jeweils 1000 Dollar unterstützen. Möglich wurde dies durch eine Volksabstimmung im vergangenen Jahr, in der entschieden wurde, dass die Hälfte der Marihuanasteuern im Landkreis in das Stipendienprogramm fließen soll. Der Rest ist für andere Projekte in der Region vorgesehen. In einer Mitteilung der für das Programm zuständigen Stiftung wird darauf hingewiesen, dass während des Studierens entstehende Schulden in Amerika mittlerweile höher seien als Kreditkartenschulden. Angesichts der hohen Studiengebühren wird aber womöglich auch das Marihuanastipendium nur einen kleinen Beitrag zur Finanzierung eines Studiums leisten können. Im Moment läuft das Auswahlverfahren für die Stipendien. Von Bewerbern wird ein bestimmter Notendurchschnitt verlangt, außerdem müssen sie bereit sein, 40 Stunden gemeinnützige Arbeit im Landkreis zu verrichten.

          Der Umsatz mit Marihuana wuchs in ganz Amerika

          Steuereinnahmen werden in Amerika als ein wesentliches Argument für die Legalisierung von Marihuana angeführt. Nach einer Studie der auf die Marihuanaindustrie spezialisierten Analyse- und Investmentgruppe Arcview hat das Geschäft in ganz Colorado im vergangenen Jahr 135 Millionen Dollar an Steuern eingebracht. Das war ein deutlicher Anstieg von 77 Prozent gegenüber 2014.

          Der Umsatz mit Marihuana wuchs in ganz Amerika nach Angaben von Arcview 2015 um 17 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar, und für 2016 wird ein weiterer Anstieg auf 6,7 Milliarden Dollar erwartet. 2020 sollen es dann sogar 21,8 Milliarden Dollar sein. Und während heute noch der größte Teil des Geschäfts mit dem medizinischen Einsatz von Marihuana gemacht wird, soll bis dahin die Hälfte des Umsatzes auf den Verkauf zum Genusskonsum entfallen. Die Steuereinnahmen dürften also in den nächsten Jahren weiter sprudeln.

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