https://www.faz.net/-gyl-x5ln

Elitenförderung in Bayern : Mit dem Turbo zur Promotion

Der Süden hat´s besser Bild: fotolia.com

Früher als andere Bundesländer hat Bayern ein Förderprogramm für Doktoranden eingeführt. Jetzt sind die ersten Absolventen fertig - sechs Jahre schneller als der Durchschnitt.

          Elite, das sind traditionell wenige. Zum Kern der elitären Eigenschaften gehört die Rarität. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt, zumindest sofern man sich streng nach den Vokabeln richtet, die deutsche Hochschul- und Forschungslandschaft dar. Die Exzellenzinitiative hat in ihren beiden Wellen Graduiertenkollegs, Forschungsschwerpunkten und ganzen Universitäten das Elite-Siegel aufgedrückt. Wer dabei leer ausgegangen ist, sucht nach Kompensation.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Noch in diesem Jahr wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung in einem „Spitzencluster-Wettbewerb“ neue Förderkandidaten ermitteln, ins Rennen gehen Einrichtungen wie das Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik in Oldenburg (Markenname: „Auditory Valley“) und die „Neckar-Alb Medcare Tech-Area“. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft seinerseits hat im Dezember fünf „kleine Hochschulen“ für ihre Profilstrategien ausgezeichnet - auch Kiel, Rottenburg, Lüneburg, Oldenburg und Nordhausen sind jetzt irgendwie elitär. Die nächste Runde soll eine „Exzellenzinitiative für die Lehre“ sein.

          21 Studiengänge und 10 Doktorandenkollegs für die Besten

          Der Freistaat Bayern, der sich dem Vernehmen nach in vielen Dingen für Deutschlands bestes Stück hält, war auch in Sachen Elite-Akademiker dem Rest der Republik weit voraus. Schon vor fünf Jahren hob der damalige Wissenschaftsminister Hans Zehetmair das „Elitenetzwerk Bayern“ aus der Taufe. Es besteht aus einem Förderprogramm für Hochbegabte, 21 sogenannten Elitestudiengängen und 10 internationalen Doktorandenkollegs.

          „Elitenetzwerk Bayern”, ein Erfolgsrezept

          Deren Konzept dürfte, fernab der inflationären Verwendung des Elite-Begriffs, für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses tatsächlich einzigartig in Deutschland sein. Woran diese krankt, skizziert für die Volkswirtschaftslehre, als „Bavarian Graduate Program in Economics“ (BGPE) eine der Sparten des Programms, die Erlanger Professorin Regina Riphahn: „Die einzelnen Seminare an unseren Universitäten sind nicht groß genug, um international konkurrenzfähig zu sein.“ Mangels Masse seien zu wenig Spezialisierungen möglich, den Promotionsstudenten fehlten die geeigneten Ansprechpartner, an geeigneten Doktorvätern und -müttern hapere es genauso wie an Gelegenheiten zur fachlichen Diskussion der eigenen Thesen.

          Zweimal 12 wirtschaftswissenschaftliche Kandidaten wurden bislang zu dem bayerischen Doktorandenkolleg zugelassen, fünfmal mehr Bewerbungen gab es - aus ganz Europa. Die Ausgewählten steht nun außer einem Promotionsstipendium jeweils ein Zweitkorrektor von einer anderen als der eigenen Hochschule zur Seite, das soll den Blick über die Fakultätsgrenzen hinaus schärfen. Zudem werden die Stipendiaten regelmäßig zu Workshops zusammengerufen, um miteinander und mit anderen bayerischen Doktoranden ihre Themen zu diskutieren. Und zwischendurch können sie an einwöchigen Intensivkursen zu speziellen Themen teilnehmen, von denen im Jahr drei bis fünf angeboten werden.

          Breitenwirkung dank offener Kurse

          Weitere Themen

          Schaffen Sie diese Mathe-Aufgaben? Video-Seite öffnen

          Knobel-Quiz : Schaffen Sie diese Mathe-Aufgaben?

          Wie war das nochmal mit der Prozentrechnung? Oder mit logischen Schlüssen? Diese Aufgaben aus dem Mathe-Wettbewerb „Känguru“ sind eigentlich für Schüler zwischen den Klassen 7 und 13. Hätten Sie sie gekonnt?

          American Beauty

          Porträt Judith Williams : American Beauty

          Judith Williams ist ein prominentes Gesicht im Kosmetikmarkt. Ihre eigene Produktlinie verkauft sie selbst, außerdem sitzt sie in der Jury der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“. Eine gemeinsame Fahrt von Innsbruck nach München.

          Topmeldungen

          Prozess gegen G-20-Gegner : Große Anspannung im Gerichtsaal

          In Hamburg hat der Prozess gegen fünf G-20-Gegner mit Applaus begonnen. Den beschuldigten Gymnasiasten und Studenten aus dem Raum Offenbach drohen hohe Strafen – obwohl sie nicht direkt an den Ausschreitungen beteiligt waren.
          Donald Trump

          Wegen illegaler Geschäfte : Trumps Stiftung wird aufgelöst

          Die New Yorker Staatsanwaltschaft findet klare Worte für die Privatstiftung des Präsidenten: Sie war „wenig mehr als ein Scheckbuch, um unternehmerischen und politischen Interessen von Herrn Trump zu dienen“.
          Torjubel mit Anfassen: Hazard (links) und Zakaria freuen sich über das 1:0.

          Bundesliga im Liveticker : 2:0 – Plea besorgt die Vorentscheidung

          Kurz vor der Pause vergibt Hazard einen umstrittenen Elfmeter mit einem viel zu lässigen Lupfer über das Nürnberger Tor. Später ist er doch noch erfolgreich. Und dann trifft auch noch der Torjäger. Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.