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Besoldung : Lockangebot für deutsche Forscher

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Alles andere als eine Falle: 50.000 Euro mehr als üblich Bild: fotolia.de

Mit einem Millionen-Preisgeld sollen deutsche Professoren, die ins Ausland gegangen sind, an deutsche Universitäten zurückgelockt werden. Als Humboldt-Professor können sie ihr Gehalt deutlich erhöhen.

          Die Gehälter deutscher Professoren sind international nicht konkurrenzfähig. Das gilt insbesondere für die neue sogenannte W-Besoldung. Die Alexander von Humboldt-Professur soll ein Angebot an deutsche, im Ausland lehrende Forscher sein, das eine Rückkehr an eine deutsche Universität attraktiv macht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dafür ein Preisgeld von jeweils bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

          Dieses Geld kann über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Finanzierung der wissenschaftlichen Arbeiten der Preisträger und ihrer Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Das persönliche Gehalt eines Humboldt-Professors kann bis zu 180.000 Euro im Jahr erreichen, das sind 50.000 Euro mehr als die höchste Gehaltsstufe eines deutschen Professors. Anträge für einen herausragenden Forscher stellen die Universitäten bei der Stiftung, außeruniversitäre Einrichtungen können die Nominierung gemeinsam mit einer deutschen Hochschule erreichen. Den Hochschulen steht es frei, auch Rücklagen für die Finanzierung nach Ablauf der fünf Jahre zu bilden, Altersruhebezüge zu finanzieren oder den Ehepartner des zu gewinnenden Forschers zu finanzieren.

          Nominierungsfrist endet am 2. Juni

          Es gehe der Humboldt-Stiftung darum, das Harnack-Prinzip an die Universität zurückzubringen. Glänzende Hochschullehrer seien in der Regel auch gute Forscher, sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung, der Chemiker Helmut Schwarz, er hält jedoch eine Reduktion des Lehrdeputats für Humboldt-Professoren auf fünf bis sechs Stunden für angemessen. Die Humboldt-Stiftung hofft, dass auch kleinere Universitäten Anträge für Spitzenwissenschaftler stellen und nicht nur die bereits aus der Exzellenz-Initiative erfolgreich hervorgegangenen Einrichtungen.

          Schwarz, der selbst zu international führenden Forschern in der Molekularchemie zählt, hält es für nötig, dass neu zu berufende Professoren immer besser sein müssten als der Mittelwert der Fakultät. Doch viele Universitäten befürchten, dass der Sozialfrieden einer Fakultät durch exzellente Wissenschaftler gestört werden könnte. Die Nominierungen der ersten Auswahlrunde müssen bis 2. Juni eingereicht sein. Die Auswahl treffen renommierte Wissenschaftler auch aus dem Ausland.

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