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Auswahltests : Assessment für Abiturienten

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In der Medizin geht's noch über ZVS. Aber in den meisten anderen Fächern nicht mehr Bild: ZB

Jeder siebte Studienanfänger stellt sich vor dem ersten Semester dem Auswahlverfahren seiner Wunschhochschule. Manche sind echte Konditionstests. Und manche sind ziemlich selektiv.

          Abitur ist gut, Auslese ist besser. Die Zeiten, in denen sich die deutschen Hochschulen auf das Urteil der Schulen verlassen und die von der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) sortierten Ströme von Studienanfängern in Empfang genommen haben, sind vorbei: 60 Prozent ihrer Studenten dürfen Unis und Fachhochschulen selbst aussuchen. Wo früher nach Abiturnote und Wartezeit entschieden wurde, sind jetzt nicht nur an privaten Hochschulen ausgefeilte Auswahlverfahren angesagt. Jeder siebte Studienanfänger hat im vergangenen Jahr ein solches mitgemacht.

          Manche dieser Tests haben es in sich: Besonders hart nimmt die Bucerius Law School in Hamburg ihre Bewerber ran. Wer sich jährlich mit etwa 600 Konkurrenten um einen von 100 Studienplätzen an der ersten privaten deutschen Jura-Hochschule mit Habilitationsrecht balgen will, benötigt vor allem eins: Kondition. Ohne sehr gutes Abitur und ebensolche Englischkenntnisse braucht man sich außerdem gar nicht erst zu bewerben. Los geht der Testtag an der Alster mit dem Verfassen eines Essays zu einem von zwei vorgegebenen Themen, dafür sind 45 Minuten vorgesehen. Im folgenden Multiple-Choice-Test (21 Minuten) werden logisches Denken und Abstraktionsfähigkeit kontrolliert, ehe anhand von Diagrammen und Tabellen der Umgang mit quantitativen Relationen erfasst wird (50 Minuten).

          „Das ist hammerhart, einfach nur hammerhart“

          „Das ist hammerhart, einfach nur hammerhart“, sagt eine Studentin aus Wuppertal, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will - die Zwanzigjährige ist im vergangenen Jahr an den Einstiegshürden für die Law School gescheitert. „Das hat gar nicht mehr aufgehört. Man steht ja die ganze Zeit total unter Strom während der Prozedur.“ In weiteren 46 Minuten wird noch überprüft, ob der Anwärter komplexe Informationen auf das Wesentliche reduzieren kann. Dann schließen sich zwei weitere Tests an, die über eine Stunde dauern. Damit wäre immerhin der schriftliche Teil geschafft.

          Doch die Marathonbewerbungsveranstaltung nimmt erst richtig Fahrt auf: Nun geht es für den Bewerber an die Entwicklung eines fünfzehnminütigen Thesenvortrags, der ebenso lang in der Gruppe diskutiert wird. In zwei jeweils halbstündigen Einzelgesprächen mit dem Studierwilligen gehen die Beurteiler der Sache dann auf den Grund: Ist der Bewerber den Anforderungen des Studiums an der Law School gewachsen? Aufschluss gibt vielleicht der letzte Bewerbungs-Tagesordnungspunkt: Gruppendiskussion (100 Minuten). Ein Thema wird vorgegeben, bearbeitet, präsentiert und diskutiert.

          Plötzlich geht es um die Person

          Nicht nur in Hamburg werden die Auswahlverfahren der Universitäten den Assessment-Centern von Unternehmen immer ähnlicher. Für viele Abiturienten ist es neu, dass es plötzlich sehr konkret um ihre eigene Person geht. In Klausuren und Prüfungen in der Schule wurde schließlich nur Fachwissen abgefragt. Doch nach dem Abitur wird in der weiterführenden Bildungswelt nicht mehr der Wissensstand sondiert. Es geht stattdessen um das Potential. In Motivationsschreiben werden die angehenden Studenten auf den schmalen Grat zwischen Sichdarstellen und Sichaufplustern getrieben, dazu kommen Interviews, Essays, Präsentationen und Fallstudien. Jede Uni kocht ihr eigenes Süppchen, lässt sich weitgehend selbständig eigene Aufnahmekriterien einfallen - so glaubt man das eigene Profil zu schärfen. Die ZVS ihrerseits vergibt derzeit nur noch Plätze für die Fächer Biologie, Medizin, Pharmazie, Psychologie sowie Tier- und Zahnmedizin.

          Der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann hält die Vergabe von Studienplätzen nach dem Numerus clausus hingegen für gerechter als hochschulinterne Auswahlverfahren. Was die soziale Zusammensetzung angeht, sei die ZVS weniger selektiv als die Verfahren in der Universität. Der Elitenforscher glaubt, dass hochschulintern persönliche Vorlieben der Professoren und Beurteiler den Ausschlag geben - so würden Kinder aus bürgerlichen Familien Arbeiterkindern vorgezogen.

          Wenn es die 1,0-Abiturienten am schwersten haben

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