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Studenten-Spezial : Lieber eine große Uni oder eine kleine?

Massenhafte Anziehungskraft: Im Audimax der Berliner Humboldt-Universität. Bild: dpa

Studieneinsteiger neigen dazu, lieber eine Hochschule mit gutem Ruf zu wählen, statt eine, die zu ihren Vorlieben passt. So landen oft die falschen an der Massen-Uni. Wie die Hochschulwahl besser klappt.

          Nicht jeder kennt einen Studienabbrecher. Aber fast jeder glaubt zu wissen, was zum Studienabbruch führt: Wird wohl irgendwas mit dem Fach nicht gepasst haben, so die gängige Vorstellung. „Es ist aber meistens ein Mischmasch von Gründen, der zum Abbruch führt“, sagt Jan Bohlken, Inhaber des Beratungsunternehmens Profiling Institut, das Schülern Orientierungshilfe zum Thema Studienplatzwahl anbietet. Der Fehlgriff werde oft aufs falsche Fach geschoben - dabei habe eigentlich die Hochschule nicht gepasst. Es gilt also, die richtige unter den vielen zu finden.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wenn Marco Blasczyk von der Studienberatung der Universität Frankfurt erzählt, wie man am besten vorgeht, klingt aber auch das Komplizierte recht einfach. Es ist, ohne dass er das so nennt, ein Zwei-Stufen-Modell: Zunächst solle man sich im Klaren sein, wie theoretisch oder praktisch man es denn gerne hätte, was einem zum Beispiel Grundlagenforschung bedeute oder praktische Anwendung. Je nach Antwort sei eine Universität, eine Fachhochschule oder eine Berufsakademie - ein Hort der sogenannten dualen Bildung mit gleichzeitiger betrieblicher und akademischer Ausrichtung - das Richtige. Falle die Wahl auf eine Universität, dann gehe es eigentlich nur noch um die Größe.

          Wer es überschaubar und eher heimelig mag, nimmt eine kleine. Wer mit vielköpfigen Jahrgängen klarkommt und ein breites Lehrangebot wünscht, ist auf einer großen richtig aufgehoben. „Dafür sollte man allerdings ein Typ sein, der keinen Klassenverband braucht, um anzudocken“, sagt Blasczyk. Mit anderen Worten: Man muss in der Masse zurechtkommen. In Frankfurt etwas gebe es allein in Wirtschaftswissenschaften 600 Studienanfänger je Semester - und 50 Professoren. Da ist für jeden etwas im Angebot, er darf sich nur nicht von der gewaltigen Zahl der Kommilitonen abschrecken lassen.

          Irgendwas studieren, das geht meistens schief

          Es gab noch nie mehr Möglichkeiten sich zu informieren als heute - und sie werden intensiv genutzt, wie das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) herausgefunden hat. Demnach wissen die meisten Schüler sehr genau, auf was sie sich einlassen, wenn sie an eine Hochschule wechseln. Ein halbes Jahr vor ihrem Abschluss an der Schule hätten sich schon 95 Prozent der Befragten mit der Wahl des Studiums (oder einer Ausbildung) beschäftigt, schreiben die Autoren einer Studie über die Zeit der Vorbereitung. Das seien deutlich mehr als früher. Und: Ein halbes Jahr vor dem Verlassen der Schule finden 40 Prozent, sie seien „umfassend“ informiert. Die Zahlen transportieren eine zupackende Haltung, nach dem Motto: Jetzt kann’s losgehen!

          Private Beratungsunternehmen gehören, anders als früher, längst zum festen Repertoire der Orientierung. Auslöser für den Boom auf diesem Gebiet war der Abschluss des Bologna-Prozesses 1999 und die Einführung der neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse. „Danach ging’s rapide los“, sagt Bohlken über sein Gewerbe. Allerdings wüssten trotz des größeren Angebots viele Schüler nicht, auf was sie sich einlassen, wenn sie zum Beispiel eine der großen Universitäten wählen. Wenn die erste Vorlesung zur Videoübertragung werde, die Masse an Mitstudenten, Terminen und Vorschriften sich zu einem wahren Dschungel auswachse, dann könne man schon mal die Orientierung verlieren.

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