https://www.faz.net/-gyl-9ms9z

Studieren im Ausland : Alle schwärmen vom Auslandsstudium

  • -Aktualisiert am

Auslandsstudium: Zeitverschwendung oder Bereicherung? Bild: dpa

Jedes Jahr absolvieren immer mehr Studenten ein Auslandssemester. Kein Wunder: Der Enthusiasmus gegenüber dem Studium in der Ferne ist riesig.

          Die steile Karriere des Auslandsstudiums spiegelt sich unter anderem in den Zahlen des Statistischen Bundesamts. Eine kleine Auswahl: Im Jahr 2000 studierten knapp 6000 Deutsche in Österreich, 2016 waren es fast 30.000. Die Niederlande wählten zur Jahrtausendwende etwas mehr als 3000 deutsche Studenten als Ziel, eineinhalb Dekaden später waren es fast 22.000. Das ließe sich fortsetzen – mit auffälligen Details, etwa dass China als akademischer Sehnsuchtsort von 200 auf mehr als 8000 deutsche Studenten anzog.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Aussichten auf bessere Sprachkenntnisse, kulturelle Weiterbildung und das Knüpfen von Karrierenetzwerken sind einfach zu verlockend. 145.000 Deutsche studierten 2016 deshalb im Ausland. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), eine der ersten Adressen vor dem Schritt ins Ausland, findet, dass sogar jeder zweite Student hierzulande sich mal auf einem internationalen Campus versuchen sollte – und mit dem Auslands-Bafög und zahlreichen Stipendien sind auch die Finanzierungsmöglichkeiten vielfältiger denn je. Dass Studenten und Förderer das Auslandsstudium hochhalten, ist ausgemacht. Aber ist dieser Enthusiasmus nur eine Binnensicht, oder wird er auch von Unbeteiligten geteilt?

          Das fragte sich die Berliner Business School ESCP – sie hat weitere Standorte in London, Madrid, Paris, Turin und Warschau – und beauftragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit der Beantwortung. Die repräsentative Studie, für die etwa 1000 Deutsche von 18 Jahren an befragt wurden, bezog sich auf Aufenthalte an Hochschulen im europäischen Ausland und stieß auf überraschende Befürworter. Von den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren, die befragt wurden – darunter vermutlich einige Studenten –, fanden 67 Prozent ein solches Auslandsstudium sehr wichtig oder wichtig.

          Ist Spaß die Motivation am Auslandssemester?

          So weit, so normal. Allerdings lag die Zustimmung unter Älteren noch höher: 83 Prozent der Befragten, die 60 Jahre oder älter sind, schlossen sich dieser positiven Einschätzung an. Gefragt wurde auch nach den größten Vorteilen eines Auslandsstudiums; wobei die Befragten mehrere Punkte nennen durften. Hier schnitten die verbesserten Fremdsprachenkenntnisse (81 Prozent), das größere Verständnis für fremde Kulturen (80 Prozent) und die optimierte Karrierevorbereitung (66 Prozent) am besten ab. Nur die Hälfte aller Befragten gab an, dass der Spaß ein großer Mehrwert eines solchen Aufenthalts sei.

          Zwar hat sogar der französische Präsident Emmanuel Macron eine Europäische Universität als Kooperation von Hochschulen mehrerer Länder gefordert. Aber politisches Wohlwollen schützt nicht vor Mängeln im akademischen Austausch. So kommt es mitunter vor, dass an ausländischen Hochschulen erworbene Credit Points in Deutschland nicht anerkannt werden und sich deshalb die Studienzeit verlängert. Und laut Deutschem Studentenwerk ist es vor allem die unsichere Finanzierung, die so manchen Traum vom Auslandsstudium platzen lässt, Bafög und Stipendien hin oder her: Hauptfinanzierer blieben die Familie oder der Partner.

          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln und somit zur ganzen Vielfalt von FAZ.NET – für nur 2,95 Euro pro Woche

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, geben sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau die Hand.

          Nach Ibiza-Video : Orbán und Putin wenden sich von Strache ab

          In seinem Ibiza-Video hat Heinz-Christian Strache den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als sein Vorbild bezeichnet. Doch der hat sich nun von Österreichs ehemaligem Vizekanzler distanziert. Auch Putin wendet sich von Strache ab.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.