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Gehaltsplus : Bruttoeinkommen 2018 um knapp drei Prozent gestiegen

  • Aktualisiert am

2018 gab es ein Gehaltsplus von knapp drei Prozent. Bild: dpa

Das Wirtschaftswachstum hat sich bei den Gehältern bemerkbar gemacht. Die Statistik zeigt zudem: Eine gute Ausbildung zahlt sich aus und es gibt es weiterhin merkliche regionale Unterschiede.

          Die Bruttoverdienste sozialversicherungspflichtig Beschäftigter sind 2018 im Vergleich zu 2017 um knapp drei Prozent gestiegen. Habe der entsprechende Verdienst 2017 im Mittel noch bei 3209 Euro gelegen, seien es im vergangenen Jahr 3304 Euro gewesen, geht aus einer am Montag veröffentlichten Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Gründe für die Zunahme sind nach Einschätzung einer BA-Statistikexpertin neben der Erhöhung der Tarifgehälter auch ein wachsenden Anteil gut qualifizierter Beschäftigter, die in der Regel höhere Bruttoeinkommen beziehen.

          Bezieht man allerdings die Inflation noch mit ein, die laut Statistischem Bundesamt 2018 bei 1,9 Prozent lag, ergibt sich ein reales Gehaltsplus von knapp einem Prozent. Das hier berechnete Mittlere Einkommen wird auch als Medianlohn bezeichnet - das heißt die Anzahl der Haushalte, die weniger verdienen, ist genauso groß wie die Haushalte, die ein höheres Einkommen haben.

          Pay Gap bleibt bestehen

          Die Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen bestehen derweil fort: Während das mittlere Bruttogehalt von Männern im Vorjahr bei 3468 Euro lag, betrug es bei Frauen lediglich 3014 Euro. Diese Unterschiede lassen sich laut Statistischem Bundesamt vor allem damit erklären, dass Frauen häufiger in Berufen arbeiten, in denen sie schlechter bezahlt werden. Außerdem arbeiten sie häufiger als Männer in Teilzeit und in Minijobs. Rund drei Viertel des Unterschieds ist daher strukturbedingt, ein Viertel macht den bereinigten Gender Pay Gap aus. Der bereinigte Gender Pay Gap misst den Gehaltsabstand zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen und Erwerbsbiografien.

          Die jüngste Statistik zeigt zudem, dass sich eine gute Ausbildung beim Bruttogehalt auszahlt: So brachten es Beschäftigte mit einem akademischen Abschluss 2018 im Mittel (Medianwert) auf ein monatliches Bruttoeinkommen von 5113 Euro. Beschäftigte ohne Berufsabschluss mussten sich hingegen mit 2461 Euro zufrieden geben. Noch größer fällt der Unterschied zwischen Hilfsarbeitern mit 2259 Euro Bruttogehalt und Beschäftigten mit Expertenstatus aus: Diese verdienten monatlich im Schnitt 5425 Euro.

          Auch zwischen den Bundesländern gibt es weiterhin merkliche Unterschiede. In Hessen werden nach wie vor vergleichsweise hohe Gehälter gezahlt. Für das vergangene Jahr hat die Bundesagentur für Arbeit ein mittleres monatliches Bruttogehalt von 3593 Euro bei einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten errechnet. Das lag über den Vergleichswerten für Gesamtdeutschland (3304 Euro) und Westdeutschland (3434 Euro). Höhere Mittelwerte (Mediane) gab es nur in Hamburg (3718 Euro) und Baden-Württemberg (3651 Euro).

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