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Bologna-Reform : Auch Bachelors kommen gut unter

Auch mit dem ersten Abschluss hat man gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bild: dpa

Während viele Professoren den Bachelor als Schmalspurstudium betrachten, stellt die Wirtschaft Bachelors fast genauso gerne ein wie Masterabsolventen.

          Zwei Drittel der Studenten der Betriebswirtschaftslehre schließen an den Bachelor noch ein Masterstudium an. Neunzig Prozent von ihnen geben an, dass sie auf diese Weise ihre Karriere entscheidend befördern wollen. Die Wirtschaft befürwortet hingegen einen anderen Weg.

          Lisa Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

          Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rät, in vielen Fällen direkt nach dem Bachelor in den Beruf einzusteigen, ein paar Jahre zu arbeiten und dann berufsbegleitend einen Master zu machen. Dass die Bologna-Reform mit dem Bachelor-Master-System ein solches gestuftes Vorgehen ermöglicht, betrachten die Wirtschaftsvertreter als einen der großen Vorteile der Studienreform.

          Viele BWL-Studenten im Masterstudium bezweifelten offenbar immer noch, dass sie der Bachelor zum Beruf befähige, schreiben Wissenschaftler des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in einer neuen Studie. Der Trend, an den Bachelor noch einen Master anzuschließen, habe sich in den vergangenen Jahren sogar noch verstärkt.

          Warum schätzen die Studenten die Berufsbefähigung des Bachelors geringer ein als die Unternehmen?

          Es liegt anscheinend auch an der Einstellung der Professoren gegenüber dem Bachelorstudium. Das CHE hat sie befragt und herausgefunden, dass lediglich 50 Prozent der Professoren an den Fachhochschulen und sogar nur 30 Prozent der Professoren an den Universitäten eine Berufstätigkeit zwischen Bachelor und Master als sinnvoll erachten.

          Während also viele Professoren vor allem an den Universitäten den Bachelor offenbar als Schmalspurstudium betrachten, findet die Wirtschaft das gar nicht. Der Bachelor sei für viele Tätigkeiten ein guter Einstieg, heißt es beim DIHK. Andererseits sagen auch rund 50 Prozent der Professoren, dass der Berufsbezug im Bachelorstudium größer ist als im früheren Diplomstudium.

          Berufschancen von Bachelor und Master ähnlich gut

          Das CHE hat zudem BWL-Absolventen befragt, wie gut und schnell sie im Beruf untergekommen sind. Die Master-Absolventen kamen zwar etwas besser unter, der Unterschied zu den Bachelors war aber gering. Die Berufschancen seien über die Abschlussarten hinweg „ähnlich gut“, schreibt das CHE.

          Innerhalb von zwei Monaten hatten im Durchschnitt sowohl Bachelor- als auch Masterabsolventen eine Beschäftigung aufgenommen. Dieser Befund steht in starkem Gegensatz dazu, dass jeder fünfte Masterstudierende glaubt, mit einem Bachelor keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

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