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Einstiegsgehalt in Top-Berufen : Frauen fordern weniger Geld als Männer

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Frauen fordern weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Bild: AFP

Eine gute Work-Life-Balance? Das ist hochqualifizierten Absolventen nicht so wichtig. Hauptsache das Geld stimmt. Aber davon fordern Frauen weniger als Männer.

          Hochqualifizierte Studentinnen fordern beim Berufseinstieg weniger Gehalt als ihre männlichen Mitstreiter: Während Männer bei ihrem Berufseinstieg von um die 62.000 Euro ausgehen, erwarten Frauen um die 50.000 Euro. Das ist zumindest ein Ergebnis der „Most-Wanted“-Studie, eine gemeinsame Umfrage von der Beraterfirma McKinsey & Company und dem Karrierenetzwerk e-fellows.net. Allerdings wurden hierfür lediglich die mehr als 7000 Stipendiaten von e-fellow.net befragt. Das macht die Studie zwar nicht repräsentativ, allerdings gibt diese zumindest einen Aufschluss über Präferenzen von Berufseinsteigern. Und durch die hohe Zahl der Befragten sind die Ergebnisse durchaus interessant.

          „Obwohl es bereits seit einigen Jahren eine Diskussion um das Thema Gender Pay Gap gibt, haben Top-Studentinnen immer noch wesentlich niedrigere Gehaltserwartungen als männliche Toptalente. Dieser Unterschied wird sogar größer“, sagt Julia Klier, McKinsey-Partnerin und Universitätsdozentin in Regensburg. So stieg die Differenz zwischen dem Gehalt, das sich Männer und Frauen erhoffen, von 13,5 Prozent im Jahr 2015 auf 19,4 Prozent in 2019. Dieser Wert kommt ungefähr in die Nähe des „unbereinigten“ Gender Pay Gaps von 21 Prozent. Die „bereinigte“ Lohnlücke, bei der auch Faktoren wie Branche, Position oder Arbeit in Teilzeit berücksichtigt werden, liegt bei ungefähr sechs Prozent.

          Work-Life-Balance und flexibles Arbeiten nicht so wichtig

          In Bezug auf die Risikobereitschaft gibt es laut Studie zwischen Frauen und Männern erhebliche Unterschiede: 61 Prozent der Männer bevorzugen eine leistungs- und erfolgsabhängige außertarifliche Vergütung – das möchte nur ein Drittel der befragten Frauen. Außerdem wollen 75 Prozent der Männer Führungspositionen im Unternehmen einnehmen, bei Frauen sind es immerhin 56 Prozent. Beiden Gruppen ist es außerdem wichtig, planbare, stabile und langfristige Karrieremöglichkeiten zu haben. Auch der gute Ruf des Arbeitgebers und der Branche ist ihnen wichtig. Während sich Männer zusätzliche, attraktive Produkte- und Dienstleistungen sowie herausforderndes Arbeiten wünschen, setzen Frauen andere Schwerpunkte: Sie achten zum Beispiel besonders auf die Unternehmenskultur. Aber auch ihnen sind Herausforderungen auf der Arbeit wichtig. Eine gute Work-Life-Balance und flexibles Arbeiten hat allerdings bei Frauen und Männern keine besondere Priorität. Insgesamt ist die Bereitschaft zu Überstunden jedoch gesunken: Männer sind für ein hohes Gehalt bereit, mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten, Frauen um die 44 Stunden. 2015 waren es bei beiden Geschlechtergruppen noch drei Stunden mehr.

          Frauen bewerben sich häufig unter ihren beruflichen Qualifikationen

          Erst kürzlich fand eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) heraus, dass Hochqualifizierte und studierte Frauen sich häufiger für Berufe bewerben, die unter ihren beruflichen Qualifikationen liegen. Neben strukturellen Gründen, wie beispielsweise eine unflexible Arbeitszeitregelungen bei Unternehmen, liegt dies auch daran, dass Frauen beispielsweise Anforderungen in Stellenanzeigen strenger auslegen als Männer. Männer verhalten sich dagegen offensiver und bewerben sich tendenziell eher um Stellen, die über ihrer beruflichen Qualifikation liegen.

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