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Gehälter im Vergleich : Wo nach der Ausbildung am besten gezahlt wird

Friseur werden wollen viele, allzu gut bezahlt ist der Beruf aber leider nicht. Bild: dpa

Das Einstiegsgehalt sollte zwar nicht Hauptkriterium bei der Wahl der Ausbildung sein. Aber wo viel Gehalt lockt, will trotzdem fast jeder wissen. Diese Auswertung bietet einen Überblick.

          Der deutsche Arbeitsmarkt hält für angehende Azubis eine stattliche Auswahl parat. Zwischen 326 anerkannten Ausbildungsberufen kann (oder muss) man wählen – und natürlich wird bei der Entscheidungsfindung immer auch auf die Gehaltsaussichten geschielt. Sich allzu sehr darauf zu versteifen ist zwar nicht ratsam, so ist überall zu hören, denn schließlich ist es in erster Linie entscheidend, sich mit der Vorstellung anzufreunden, den angestrebten Beruf auch wirklich für eine längere Zeit auszuüben. Und je nach Region und Unternehmen kann das Gehalt nach der Ausbildung ohnehin ganz anders ausfallen, als man es sich vorher einmal ausgemalt hat.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einen grundsätzlichen Überblick bietet eine neue Auswertung von Gehalt.de. Das Portal hat hierfür 17.470 Gehaltsangaben von Personen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung nach ihrer Ausbildung unter die Lupe genommen. Herausgekommen sind zwei Listen mit den zwanzig Berufen, die mit Blick auf die Median-Jahresgehälter (brutto) besonders gut dastehen, beziehungsweise besonders schlecht. 

          Große Unterschiede bei Anzahl der Azubis

          Der Spitzenreiter ist keine große Überraschung: Bankkaufleute führen die Rangliste mit 38.084 Euro an. Dass Sozialversicherungsfachangestellte (36.869 Euro) und Chemikanten (34.840 Euro) vor Softwareentwicklern (32.545 Euro) liegen, hätte man dagegen wohl nicht unbedingt vermutet. Auf ein vergleichsweise hohes Einstiegsgehalt können auch Versicherungskaufleute (31.785 Euro) oder Technische Zeichner (31.320 Euro) hoffen.

          Friseure verdienen nach Abschluss ihrer Ausbildung hingegen gut 18.000 Euro weniger als Bankkaufleute. Auch Rechtsanwaltsfachangestellte (22.339 Euro) oder zahnmedizinische Fachangestellte (21.220 Euro) stehen nicht besonders gut da.

          Auf beiden Listen finden sich sowohl oft gewählte Ausbildungsberufe als auch recht selten vorkommende. So haben nach einer Auswertung des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) im Jahr 2018 insgesamt 8397 Menschen eine Ausbildung als Bankkaufmann/-frau begonnen. Damit belegt der Top-Beruf in Sachen Verdienst in der Rangliste der Neuabschlüsse „nur“ Platz 18 und liegt damit auch hinter dem Beruf mit dem im Vergleich niedrigsten Verdienst: Eine Friseur-Ausbildung nahmen 10.089 Menschen auf, eine zum Verkäufer im Einzelhandel – ebenfalls auf den hinteren Plätzen zu finden – sogar 22.947. Für eine Lehre zum vergleichsweise gut verdienenden Fluggeräteelektroniker entschieden sich 2018 dagegen gerade einmal 99 Personen.

          Relativierend sollte dazu bemerkt sein, dass die Zugangsvoraussetzungen für die einzelnen Berufe natürlich durchaus unterschiedlich sind – nicht jeder, der sich eine Bankausbildung wünscht, hat am Ende auch die Zeugnisnoten, um eine ausbildungswillige Bank zu finden. Viele Arbeitgeber in den Gutverdiener-Ausbildungsgängen schielen sogar stark auf Abiturienten; die Friseur- oder Einzelhandels-Ausbildung funktioniert nach wie vor recht gut mit einem weniger hoher Schulabschluss.

          Für alle, die denken, dass ein Uni-Abschluss grundsätzlich mehr Gehalt verspricht als eine Lehre, hat die Studie übrigens auch eine Botschaft parat: Bankkaufleute, Sozialversicherungsangestellte oder Chemikanten stehen finanziell zu Berufsbeginn besser da als ein Architekt mit einem Master-Abschluss – der kommt „nur“ auf 33.400 Euro.

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