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Weiterbildung : Gut fürs Image

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Dass Personalverantwortliche positive Eigenschaften wie Motivation zu schätzen wissen, bestätigt die Umfrage ebenfalls: Aus einer Liste mit sechs Eigenschaften und drei Wahlmöglichkeiten sprechen die Befragten ihren engagierten Mitarbeitern Motivation und Leistungsbereitschaft als wichtigste Charaktereigenschaft zu (63 Prozent). Die Weiterbildungsbudgets in den Unternehmen bewegen sich dementsprechend auch in diesem Jahr auf einem gleichbleibend hohem Niveau: So rechnen 75 Prozent der Befragten mit gleichbleibenden beziehungsweise steigenden, 15 Prozent mit sinkenden Budgets. Im Vorjahr gingen dagegen 76 Prozent von gleichen beziehungsweise steigenden und 20 Prozent von sinkenden Budgets aus.

Wer weiterbildet, ist attraktiv

Doch nicht nur den Mitarbeitern bringen Weiterbildungen Vorteile. Auch den Unternehmen selbst nutzen sie viel im Bereich der Mitarbeiterbindung, so die Studie. So sehen die befragten Personalverantwortlichen im Qualifizierungsangebot eines Unternehmens großes Potenzial: neun von zehn (89 Prozent) erachten Weiterbildung als wichtig bis äußerst wichtig, um gute Mitarbeiter langfristig zu halten. Vochazer hält diese Strategie in zweierlei Hinsicht für lohnenswert: „Wer Weiterbildung als Instrument zur Mitarbeiterbindung einsetzt, holt sich einerseits neues Wissen ins Unternehmen. Andererseits bleibt der Wissensträger dem Unternehmen auch erhalten.“

Dieser Trend zeigt, dass Fachkräfte in vielen Branchen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle wählerisch sein können. Die Unternehmen wiederum feilen mit Nachdruck an ihrem Arbeitgeberimage. Um dieses zu stärken, spielt für 81 Prozent der befragten Personaler das Weiterbildungsangebot eine wichtige bis äußerst wichtige Rolle. Geht es um die gezielte Rekrutierung neuer Mitarbeiter, halten es 82 Prozent für wichtig bis äußerst wichtig. „Was die Palette der Weiterbildungsmöglichkeiten anbelangt, sollten die Unternehmen neben den entsprechenden Inhalten wie Fach- und Führungsthemen, Fremdsprachen, Soft Skills oder IT-Kenntnisse auch unterschiedliche Lernumgebungen anbieten. Denn je besser eine Weiterbildung zum Lerntyp passt, umso größer ist die Motivation der Lernenden“, so Vochazer.

So sind beispielsweise viele Berufstätige mit den digitalen Technologien vertraut und besitzen Geräte für den mobilen Internetzugriff. Diese Möglichkeiten wollen sie auch für das Lernen nutzen. „Bei einem Fernstudium kann beispielsweise jeder Teilnehmer selbst bestimmen, ob und wie intensiv er die digitalen und mobilen Technologien einsetzen möchte. Zudem wird er während des gesamten Lehrgangs persönlich und intensiv von Tutoren betreut“, so Vochazer. Ein weiterer Vorteil sei, dass sich Lernzeiten und -pensum flexibel an den Berufsalltag oder die Auftragslage eines Unternehmens anpassen lassen.

Ein weiteres Ergebnis der TNS Infratest-Studie in puncto Weiterbildung: 62 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass in Vorstellungsgesprächen das Thema Weiterbildung seitens der Bewerber an Bedeutung gewinnen wird. „Viele suchen einen neuen Job, weil sie im Beruf vorankommen und sich persönlich weiterentwickeln möchten“, so Vochazer weiter. „Für sie ist das Weiterbildungsangebot eines potenziellen Arbeitgebers ein wichtiges Entscheidungskriterium und deshalb im Vorstellungsgespräch relevant.“

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