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Weiterbildung : Manager lernen nie aus

  • -Aktualisiert am

Auch Chefs können manchmal ein bisschen Nachhilfe gebrauchen. Bild: Imago

Auch Führungskräfte müssen dafür sorgen, dass ihr Wissen nicht veraltet. Aber wie schafft man im stressigen Chef-Alltag noch eine Weiterbildung? Apps können helfen. Aber auch die eigenen Azubis.

          Wer seine Karriere beschleunigen will, setzt oft auf Weiterbildung. Auch Arbeitgeber ködern Talente oder aufstrebende Führungskräfte mit persönlichen Entwicklungsprogrammen. Welche Themen und Lernformen dabei immer wichtiger werden – das hat die Beratungsgesellschaft Kienbaum kürzlich in einer Umfrage unter 200 Unternehmen ermittelt.

          „Lernen wird digilog“, fasst Jens Bergstein, Leiter Management-Entwicklung von Kienbaum, das Ergebnis zusammen. Dabei handelt es sich um eine Mischform aus digitalen und analogen Lern-Elementen: Sie eignen sich für Führungskräfte ebenso wie für Mitarbeiter im mittleren Management.

          Für Spitzenmanager soll das persönliche Einzelcoaching allerdings die bevorzugte Form bleiben, betont Bergstein, wenngleich elektronische Lernangebote immer stärker zum Zuge kommen. Manager, die im operativen Tagesgeschäft im Einsatz sind, werden dagegen meist digital trainiert und eignen sich Führungstechniken eher spielerisch durch Lernen am Computer an. Für sie verlieren die klassischen Seminare an Bedeutung, im Gegenzug wird das Lernen per App oder Web immer wichtiger.

          Spitzenmanager haben oft heikle Fragen

          Esther Winther, Wirtschaftspädagogin und Direktorin des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn, sieht in diesem Ergebnis die gängige Praxis bestätigt: „Unternehmen fragen Kurse für das mittlere Management im digitalen Format stark nach, etwa wenn es um den Umgang mit Finanzdaten oder betriebliche Kennzahlen geht.“ Für einen Spitzenmanager sind dagegen Kurse dann wertvoll, wenn sie heikle Fragen in persönlichen Begegnungen beantworten helfen: Wie setzt man sich erfolgreich in harten Verhandlungen durch, oder wie geht man mit unterschiedlichen Typen von Mitarbeitern um?

          „Je höher der berufliche Rang, desto mehr geht es um die direkte Eins-zu-eins-Auseinandersetzung“, bringt Winther die Ergebnisse auf den Punkt. „Dort, wo die Luft dünner ist, gibt man ungern persönliche Schwächen vor anderen zu.“ Spitzenmanager eignen sich selten „auf Vorrat“ Lösungsstrategien an. Sie reagieren stattdessen eher auf ein plötzlich auftretendes Problem, auch per Telefoncoaching. In solchen Trainingseinheiten geht es unter anderem darum, den Kandidaten aus der Reserve zu locken. „Der Manager muss schwierige Situationen durchlebt haben, um dann ein bestimmtes Verhalten abzurufen, wenn er es braucht – so wie ein Sportler aus seinem Körpergedächtnis“, sagt Kienbaum-Mann Bergstein.

          Das Coaching ist deshalb so wirkungsvoll, weil der Manager das Erlernte meist direkt umsetzen kann. Für den Lernerfolg kommt es nicht so sehr auf das fachliche Wissen des Trainers an: Stattdessen muss er sich in das hineinversetzen können, was den Manager im Berufsalltag gerade belastet. Die idealen Sparringspartner sind daher gestandene Praktiker, die in Unternehmen zuvor ähnliche Probleme erfolgreich bewältigt haben.

          Wenn E-Learning und Präsenzkurse sich abwechseln

          Je fachbezogener dagegen der Lernstoff ist, desto einfacher und kostengünstiger lässt er sich online vermitteln: Der Preis für die Entwicklung eines digitalen Trainings bleibt gleich, unabhängig davon, ob es zehn oder 100 Manager in einem Unternehmen nutzen. Zudem lässt sich die Zeit für solche Trainingseinheiten flexibel einrichten. Dennoch warnt Pädagogin Winther davor, bei der Vermittlung von Fachwissen nur auf einheitliche Programme oder Online-Plattformen zu setzen. Vor allem Erwachsenen würde oft gleiches Lernverhalten unterstellt. Doch das sei nicht so. „Mancher geht lieber Papiere durch oder braucht den Austausch mit Kollegen, zur Rückkoppelung des Gelernten“, berichtet sie.

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