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Weiterbildung : Ältere Arbeitnehmer treten oft auf der Stelle

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Nur wenig Angebote zur Weiterbildung für die Generation über 40 Bild: dpa

Deutsche Mittelständler wollen eigentlich ihre älteren Mitarbeiter nicht mehr so schnell aufs Abstellgleis bugsieren. Doch eine neue Studie zeigt: Weiterbildungsangebote erreichen hauptsächlich die junge Generation.

          Weiterbildungsangebote richten sich vor allem an junge Arbeitnehmer - jedenfalls im deutschen Mittelstand. Ältere und erfahrenere Mitarbeiter sind dagegen meist schon schnell auf dem Abstellgleis. Gerade einmal in drei Prozent der Unternehmen werden Schulungen und Trainings besonders stark von Beschäftigten über 40 Jahren wahrgenommen. Das zeigt eine neue Studie der Baumann Unternehmensberatung.

          In zwei von drei der befragten Betriebe beteiligen sich vor allem Mitarbeiter unter 40 Jahren an Weiterbildungsmaßnahmen, während in jedem vierten Unternehmen alle Altersgruppen mehr oder weniger gleich stark vertreten sind. Dabei sehen 98 Prozent der Unternehmen die Weiterbildung als wesentliches Instrument gegen den Fachkräftemangel, 78 Prozent nennen konkret die gezielte Förderung und Unterstützung älterer Mitarbeiter. An der Studie beteiligten sich 201 mittelständische Unternehmen aus den Branchen Anlagen- und Maschinenbau, Finanzdienstleistungen, Automobil, Transport und Verkehr sowie der IT- und Telekommunikationsbranche.

          Ein wichtiger Grund dafür, dass das lebenslange Lernen für ältere Beschäftigte oft nur eine leere Floskel bleibt, ist Zeitmangel. Nur wenige der befragten Unternehmen schaffen ihren Beschäftigten den Freiraum, der zu einer Weiterqualifizierung nötig wäre. Ein „Sabbatical“ beispielsweise ist nur in jedem dritten Unternehmen möglich, und eine Sperrstunde für Handy und E-Mail gibt es nicht einmal in 20 Prozent der Betriebe.

          „Mitarbeiter über 40 haben sich oft mit ihrer erreichten persönlichen Situation zwischen beruflichen und familiären Anforderungen arrangiert. Um auf der Karriereleiter weiter zu kommen, müssten sie Zeit und Energie in eine Qualifizierung oder ein Aufbaustudium investieren, die sie nicht erübrigen können“, sagte der Personalexperte der Baumann Unternehmensberatung, Peter Körner.

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