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Digitalisierung : Vor allem die Chefs arbeiten flexibel

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Arbeiten, wann und wo man will - eine Errungenschaft der Digitalisierung. Doch wem nutzt das mehr, Vorgesetzten oder Mitarbeitern? Bild: dpa

Mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und Einsatzort: Ein Vorteil der Digitalisiserung. Doch Führungskräfte scheinen eher Nutznießer zu sein als ihre Mitarbeiter, legt eine Umfrage nahe.

          Die treibende Kraft der Arbeitswelt ist derzeit sicher die Digitalisierung. Vor allem in Sachen flexible Arbeitszeit, Einsatzort und persönliche Entscheidungsfreiheit verändert sie den Alltag vieler Arbeitnehmer – was meist als positive Entwicklung gewertet wird.

          Doch wie beurteilen Arbeitnehmer diese Umwälzungen wirklich? Eine aktuelle Umfrage der Personalberatung Kienbaum und der Online-Stellenbörse Stepstone unter gut 13.500 Fach- und Führungskräften aus dem ersten Quartal dieses Jahres zeigt dabei eine große Kluft zwischen Vorgesetzten und ihren Untergebenen.

          Geht es um Flexibilität, Organisationsstruktur oder Zufriedenheit, dann erleben Führungskräfte ihre tägliche Arbeit teilweise völlig anders als Fachkräfte. Zwar beschreibt die überwiegende Mehrheit ihren Arbeitsplatz als digital. Damit ist das Ausmaß gemeint, wie stark digitale Medien und Technologien in der täglichen Arbeit genutzt werden.

          Je größer, desto hierarchischer

          Immerhin 36 Prozent der Vorgesetzten fühlten sich durch die Digitalisierung freier in der Gestaltung ihres Arbeitsalltags. Allerdings gaben nur 16 Prozent der befragten Fachkräfte an, durch die Digitalisierung in ihren täglichen Arbeitsabläufen flexibel zu sein.

          Danach gefragt, ob sie generell mit ihrer täglichen Arbeit zufrieden seien, antworteten 63 Prozent der Vorgesetzten mit Ja. Bei den Mitarbeitern war es hingegen nicht einmal jeder Zweite. Und fast die Hälfte hegt akute Kündigungsabsichten. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich nur jeder Dritte der befragten Fachkräfte mit den Normen und Werten des Arbeitgebers identifizieren kann, so die Studie. Bei den Führungskräften waren es 67 Prozent.

          Weiter stuft die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte die Organisation ihres Arbeitgebers als hierarchisch ein. Während 63 Prozent der Führungskräfte ihrem Unternehmen hierarchische Strukturen nachsagen, sind es bei Fachkräften ohne Personalverantwortung sogar 68 Prozent.

          Dabei fällt auf: Je größer eine Organisation ist, desto hierarchischer werden ihre Strukturen wahrgenommen. Weiter zeigt die Analyse ebenso deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Branchen. Während Mitarbeiter in Agenturen oder IT-Unternehmen ihrem Arbeitgeber flache Hierarchien attestieren, sprechen Fach- und Führungskräfte aus dem Öffentlichen Dienst eindeutig von hierarchischen Strukturen.

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