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Ausbildungsstart : Vom Vertrag bis zum Konto - was neue Azubis beachten müssen

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An die Arbeit: Doch bevor es losgeht, müssen die angehenden Auszubildenden unter anderem eine eigene Krankenversicherung abschließen. Bild: dpa

An die Krankenversicherung gedacht? Bevor die Auszubildenden des neuen Jahrgangs mit ihrer Arbeit anfangen können, müssen sie einiges organisieren.

          Für viele Jugendliche beginnt im August die Berufsausbildung, auch Anfang September starten viele Lehren. Beim Wechsel von der Schulbank in die Ausbildung gilt es einiges zu beachten.  

          Vor dem Beginn der Ausbildung muss ein Vertrag unterschrieben werden. Ist etwas unklar, sollte der künftige Auszubildende sofort nachfragen. Unterzeichnet wird der Vertrag vom Ausbilder und vom Azubi. Ist der Lehrling noch keine 18 Jahre alt, müssen auch die Erziehungsberechtigten unterschreiben. Der Vertrag muss unter anderem Angaben zur Ausbildungsdauer, zur Bezahlung und zur Arbeitszeit enthalten.

          Im Vertrag ist eine Probezeit festgelegt. In dieser Zeit kann die Ausbildung von einem Tag auf den anderen ohne Begründung schriftlich gekündigt werden. Dies gilt für den Azubi, aber auch für den Betrieb. Die Dauer der Probezeit ist im Vertrag festgelegt, sie liegt in der Regel zwischen zwei und vier Monaten. Nach Ende der Probezeit kann das Unternehmen keine ordentliche Kündigung mehr aussprechen. Der Azubi kann dann nur noch fristlos und aus wichtigem Grund entlassen werden. Der Lehrling seinerseits kann nach der Probezeit jederzeit mit einer vierwöchigen Frist kündigen.

          Eigene Krankenversicherung abschließen

          Im Gegensatz zu Schülern und Studenten unter 25 Jahren brauchen Lehrlinge eine eigene Krankenversicherung. Bis spätestens zwei Wochen nach Ausbildungsstart müssen sie sich für eine Kasse entschieden haben. Eine private Haftpflichtversicherung ist in der ersten Ausbildung noch nicht nötig. Dann ist der Azubi in der Regel noch über die Familienpolice der Eltern versichert. Es ist allerdings möglich, dass der Versicherer ein Höchstalter für die Mitversicherten festgelegt hat - im Zweifel sollte man sich dazu bei der Versicherung erkundigen.

          Wer schon verheiratet ist oder eine zweite Lehre macht, der ist nicht mehr über die Haftpflichtversicherung der Eltern geschützt.
          Verbraucherschützer empfehlen außerdem, schon als Azubi eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Sie springt ein, wenn der Betroffene wegen Krankheit oder Unfalls nicht mehr voll arbeiten kann.

          Gesund genug?

          Minderjährige Auszubildende müssen laut der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main eine ärztliche Bescheinigung darüber vorlegen, dass sie für den Beruf geeignet sind. Diese Bescheinigung kann der Hausarzt ausstellen.

          Außerdem müssen Lehrlinge Lohnsteuern zahlen. Damit der Arbeitgeber alles regeln kann, müssen die Auszubildenden laut Bundesagentur für Arbeit ihr Geburtsdatum und ihre Steueridentifikationsnummer angeben.

          Das eigene Konto

          Damit der Lohn am Ende des Monats auch bei den Auszubildenden ankommt, empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit ein eigenes Girokonto. Die Bankverbindung teilen die Auszubildenden dann ihrem Arbeitgeber mit.

          Bei Problemen im Betrieb ist der Betriebsrat auch für Azubis eine Anlaufstelle. Zudem gibt es Ausbildungsberater bei den Kammern und Innungen.

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