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Tag des Ehrenamtes : Bloß keine Verantwortung übernehmen

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Die meisten Ehrenamtler engagieren sich für Kinder und Jugendliche. Bild: obs

Zwischen 15 und 30 Millionen Deutsche engagieren sich ehrenamtlich und unentgeltlich. Doch nicht jedes Ehrenamt ist gleichermaßen beliebt – manche Bereiche könnten deutlich mehr Hilfe gebrauchen.

          Spiele spielen mit älteren Menschen, Müll sammeln am Strand oder Bücher vorlesen für Kinder aus bildungsfernen Schichten: Ehrenamtliches Engangement macht sich gut auf den Lebensläufen junger Menschen - und doch begeistern sich nach Meinung vieler Politiker noch immer zu wenige dafür. Erst Anfang dieser Woche hat Familienministerin Franziska Giffey ein Konzept vorgestellt, mit dem sie mehr Jugendliche für ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr begeistern will. Eine bessere Anerkennung des Freiwilligendienstes bei Studienleistungen oder in der Ausbildung beispielsweise soll umgesetzt werden und auch das Taschengeld, das die jungen Engagierten schon jetzt vom Staat erhalten, wird ab dem Jahr 2019 von derzeit 363 auf 402 Euro pro Monat erhöht.

          „Es ist sehr wertvoll, schon als junger Mensch zu erfahren, dass die Welt um uns herum durch unser Engagement verändert werden kann“, sagte Giffey am Dienstagabend anlässlich des „Tages des Ehrenamtes“ an diesem Mittwoch.

          Den größten Teil ehrenamtlichen Engagements in Deutschland stemmen die meisten Menschen nach wie vor unentgeltlich – von  meist kleinen Aufwandsentschädigungen, Fahrtkostenübernahmen, steuerlichen Vergünstigungen oder geldwerten Leistungen einmal abgesehen. Schätzungen des Statistischen Bundesamtes und des Freiwilligensurveys des Deutschen Zentrums fürs Altersfragen zufolge engagieren sich derzeit in Deutschland etwa 15 bis 30 Millionen Menschen für das Allgemeinwohl.

          Viele machen sich für Kinder und Jugendliche stark

          Beide Quellen sind sich darin einig, dass sich die Mehrheit der Deutschen für Kinder und Jugendliche stark macht. Gut ein Viertel der Ehrenamtler sind für diesen Sektor tätig, gefolgt vom Engagement für lokale Angelegenheiten, die Kirche, Sport und Freizeit, Soziales, Senioren sowie Umwelt und Tierschutz.

          In diesen Bereichen engagiert sich je etwa ein Sechstel, so das Statistische Bundesamt. Das geringste Engagement erfahren Kultur und Politik: Nur knapp sieben beziehungsweise sogar nur gut drei Prozent der Deutschen erweisen diesen Sektoren freiwillig einen Dienst.   

          Von wegen rüstige Rentner

          Immerhin verzeichnete der Freiwilligensurvey, der seit 1999 alle fünf Jahre erhoben wird,  2014 eine Zunahme des gesellschaftlichen Engagements um gut zehn Prozent – Tendenz steigend. Frauen engagieren sich mit gut 41 Prozent etwas seltener ehrenamtlich als Männer mit rund 45 Prozent, holen aber stark auf. Menschen zwischen 14 und 49 Jahren investieren mehr Zeit in freiwilliges Engagement als ältere Semester.  

          Besonders spannend könnte die nächste Auswertung 2019 werden. Sie dürfte dann widerspiegeln, ob die Deutschen nach der besonders großen Zuwanderung im Sommer 2015 noch hilfsbereiter geworden sind. Allerdings nahm gleichzeitig die Stundenzahl, die sich Menschen engagieren, seit 1999 von sechs auf zwei Stunden pro Woche ab.

          Was der Freiwilligensurvey 2014 allerdings auch zeigt: Die Deutschen scheuen immer öfter größere Verantwortung im Ehrenamt. Denn immer weniger sind bereit, leitende Funktionen, etwa einen Posten im Vorstand eines Vereins, zu übernehmen. Und auch Verbände, bei denen ein besonders regelmäßiges Engagement nötig ist, etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr oder der Wasserwacht, beklagen immer wieder einen massiven Mangel an Helfern.

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