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Frische Ideen : Zwei Frauen propagieren die neue Arbeitswelt

Janina Kugel, die Personalvorständin der Siemens AG

Janina Kugel mit ihrer neuen Herangehens- und Denkweise ist für Kaeser da eine wichtige Hilfe. Erst im Februar dieses Jahres wurde sie von ihm in den Vorstandsposten gehievt. Die Volkswirtin war Management-Beraterin bei Accenture, bevor sie 2001 zu Siemens kam, wo sie Strategiethemen verantwortete. Ihr Karriereweg war vorgezeichnet, als sie nach einem Zwischenstopp bei der an die Börse gegangenen ehemaligen Siemens-Tochtergesellschaft Osram 2013 wieder an den Wittelsbacherplatz zurückkehrte.

Virtuelle Führung mit klarer Ansage

Kugel muss Elan mitbringen, um die Siemensianer mental auf neue Arbeits- und Führungsstile einzustellen, was schwierig genug ist. „Ich bin kein ,Digital Native‘, ich lerne das gerade auch erst“, stellt sie sich darauf ein und ist so etwas wie ein Vorbild, wie sie sich die künftige Arbeit in einem Konzern vorstellt. Auf Twitter ist sie natürlich, als einzige der sieben Konzernvorstände. Vernetzung hilft ihr, weil sie auch von zu Hause arbeiten muss. „Da gab es früher starre Arbeitszeiten für alle“, spielt sie auf die neuen Anforderungen zu mehr Flexibilität in der Büroarbeit an. „Heute kann ich selbst als Vorstandsmitglied relativ zeitig Feierabend machen, meine Kinder ins Bett bringen und danach noch mal E-Mail bearbeiten.“ Das sei doch ein echter Gewinn.

Netzwerke sind für sie nicht mehr wegzudenken. „Ein Unternehmen kann doch nur dann gut geführt werden, wenn alle in die wichtigen Themen und in die Netzwerke gut eingebunden werden.“ Als Führungskraft dürfe man nicht nur im kleinen Kreis von Mitarbeitern kommunizieren, sondern es müssten über soziale Netzwerke neue Kanäle geöffnet werden. „Unsere Personalmanager in aller Welt können in unserem internen Netzwerk mit mir über Themen diskutieren, und sie machen regen Gebrauch davon.“ Kugel nennt das „virtuelle Führung“. Bis das im großen Stil im Konzern um sich greift, wird sie noch Geduld aufbringen müssen. Nicht umsonst hat sie eine klare Ansage: „Wir müssen heute extrem hohe Flexibilität und auch Lernbereitschaft von den Mitarbeitern erwarten können.“

„Wir wollen die Arbeitswelt verändern“

Karen Parkin hat es da leichter – mit ihrer jungen Truppe. „Im Unternehmen arbeitet die junge Generation in einer coolen Arbeitsatmosphäre“, sagt sie gelassen. Sie sieht damit den Weg bereitet, die notwendige Agilität und Mobilität einzufordern. Bevor sie Ende 1997 zu Adidas kam, war sie im Vertrieb von Lego und Tiger Electronics. Auch bei Adidas hat sie bis zur Ernennung als Personalchefin zunächst Verantwortung im Vertrieb, in der strategischen Entwicklung und im Lieferketten-Management übernommen. Sie hat gute Chancen, im nächsten Jahr in den Konzernvorstand befördert zu werden. Denn Adidas-Chef Herbert Hainer kündigte vor kurzem an, dass im Frühjahr eine Frau in das oberste Management eintreten wird – ohne Namen zu nennen.

„Wir wollen die Arbeitswelt verändern“, postuliert die Engländerin aus Herzogenaurach – wie ihre Kollegin aus München. Es geht dabei auch um die Gunst qualifizierter Mitarbeiter. „Es wird auch von uns erwartet, dass wir sie verändern.“ Nur dann steige die Chance, gute Mitarbeiter zu bekommen. Parkin geht weiter: „Wir liefern, was die Mitarbeiter wollen.“ So redet nur jemand, der Leute sucht. Als würde sie neben Parkin sitzen, betont Janina Kugel: „Der alte Führungsstil wird in Zukunft nicht mehr funktionieren, zumindest unter qualifizierten Mitarbeitern, die zwischen den Arbeitgebern wählen können.“ Sie schließt den Kreis zur notwendigen offenen, hierarchiefreien Kommunikation. „Um diese Leute zu halten, brauchen sie den Dialog.“

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