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Reden und zuhören : Plan B in der Brusttasche

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Damit es beim nächsten mal besser läuft Bild: Fotolia

Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer - das wusste schon Winston Churchill. Wir geben zehn Tipps, damit ein Vortrag bestens gelingen kann.

          Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer - das wusste schon Winston Churchill. Wir geben zehn Tipps, damit ein Vortrag bestens gelingen kann.

          1. Herausforderung Ad-hoc-Rede

          Vorbei ist es mit der Ruhe in der morgendlichen Konferenz, erklingt plötzlich die Aufforderung vom Vorgesetzten in den noch etwas verschlafenen Ohren: "Müller, präsentieren Sie uns doch mal kurz das neue Projekt." Das hat nicht selten einen mittelgroßen Schweißausbruch zur Folge. Hatte Mark Twain nicht gesagt, für eine gute, spontane Rede brauche er drei Tage Vorbereitungszeit, einen langen und langweiligen Vortrag könne er ad hoc halten? Wenn es spontan sein muss, hilft nur noch die Fünf-Schritte-Technik, sagt Ratgeberautor Ralf Höller: Erstens leitet der Vortragende mit einem Satz in das Thema ein, zweitens führt er die Pro-Argumente oder die eine Seite des Sachverhaltes an, drittens die Einwände beziehungsweise einen weiteren Aspekt. Viertens betrachtet er beide Punkte zusammen und wägt sie gegeneinander ab, fünftens präsentiert er dann das Ergebnis.

          2. Je Satz eine Stunde Vorbereitung

          Wer in der angenehmeren Position ist, sich auf einen Vortrag vorbereiten zu können, sollte genug Zeit dafür einplanen. Mit folgender Faustregel ist der Vortragende auf der sicheren Seite: Von der Stoffsammlung bis zum Auftritt müsse man pro Minute Redezeit eine Stunde Vorbereitungszeit einrechnen, sagt Höller.

          3. Das Publikum kennen

          Den Zeitplan souverän in der Tasche, ist es für den Redner äußerst wichtig, sein Publikum zu kennen. Es hilft nichts, ein guter Experte zu sein, wenn ein Drittel der Zuhörerschaft nichts vom Thema versteht. Deswegen ist eine Analyse für die Vorbereitung wichtig: Haben die Zuhörer bezüglich des Themas den gleichen Wissensstand, was muss man erklären, was nicht? Außerdem sollte der Vortragende bei der Präsentation den sozialen Status für den Sprachstil der Rede beachten. Der Kurzvortrag unter Kollegen, mit denen man per Du ist, sollte weniger formell ausfallen, als wenn es gilt, den Chef zu beeindrucken.

          4. Die Körpersprache muss stimmen

          In jedem Fall wenig empfehlenswert ist es, die Schultern hochzuziehen und sich hinter dem Laptop am Konferenztisch zu verstecken wie ein Karnickel im Bau vor dem Fuchs. Nicht umsonst sind die Wörter Präsentation und Präsenz verwandt. Sichtbarkeit ist verlangt und beginnt schon in dem Augenblick, wenn der Bewerber zur Tür reinkommt oder der Vortragende sich vom Platz erhebt. "Wenn man dann erst sein Hemd in die Hose stopft, ist das peinlich", sagt Thomas Skipwith, Geschäftsführer des Rhetorikunternehmens Descubris in Zürich. Für die Kleidung gelte die Regel, je besser man rede, desto schlechter könne man auch angezogen sein. Und umgekehrt. Ist ein Weg bis zum Pult zurückzulegen, sollte der Schritt energiegeladen sein. "Das Publikum muss gleich sehen können, dass es sich hier um jemanden handelt, der etwas mitzuteilen hat."

          5. Die angemessene Länge finden

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