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Umfrage unter Berufstätigen : Mittzwanziger im Krisenmodus

Generation Y bei der Arbeit Bild: Ulrich Perrey

Vor kurzer Zeit rüttelten Krankenkassenzahlen auf: Jeder vierte junge Mensch hat psychische Probleme. Neue Studienergebnisse eines Berufsportals bestätigen nun häufige Lebenskrisen vor dem 30. Geburtstag.

          Mitte Zwanzig, Studienabschluss in der Tasche  und ziemlich orientierungslos. So lässt sich das Profil junger Erwachsener umschreiben, die mitten in der „Quarter-Life“-Krise stecken. Glaubt man einer Umfrage des Berufsportals Linkedin, waren die meisten Berufstätigen in Deutschland unter 30 Jahren von dieser Trend-Krankheit betroffen.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So gaben in der Umfrage 67 Prozent der deutschen Arbeitnehmer zu Protokoll, vor ihrem 30. Geburtstag an einer handfesten Lebenskrise gelitten zu haben – also jene Verunsicherung  von Erwachsenen, die vor dem Eintritt in ihr Berufsleben stehen. Auf die Häufigkeit von Sinnkrisen im ersten Lebensviertel hatten vor Jahren die amerikanischen Autorinnen Abby Wilner und Alexandra Robbins hingewiesen, deren Buch „Quarterlife Crisis“ 2001 in den Vereinigten Staaten  zum Bestseller wurde.

          Dass dieses Phänomen längst auch bei jungen Menschen in Deutschland weit verbreitet ist, hat nach Ansicht der Psychotherapeutin Karin Beck mit den globalen Folgen der Digitalisierung zu tun: „Moderne IT stellt eine ständige Vergleichbarkeit her“, sagt Beck. Durch die dadurch ausgelöste Flut an beruflichen Optionen fühlten sich gerade Hochschulabgänger unter Druck gesetzt. Um der drohenden Sinnkrise zu entkommen, müssten sich auch jüngere Generationen auf die eigenen Werte besinnen, sagt Beck weiter.

          Barmer-Studie sorgte für Aufsehen

          Der Trend wird bestätigt durch eine aktuelle Studie der Barmer Ersatzkasse, die vor Tagen für Aufsehen sorgte. Danach leidet jeder vierte Bundesbürger im Alter zwischen 18 Jahren und 25 Jahren an psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Dabei sei die Zahl der Betroffenen in dieser Altersgruppe zwischen 2005 und 2016 um 38 Prozent auf bis zu 1,9 Millionen gestiegen, heißt es in der Studie weiter.

          Vor allem für angehende Akademikern würde der Zeit- und Leistungsdruck immer stärker. Hinzu kämen dann  finanzielle Sorgen oder Zukunftsängste, die sich zur Krise auswachsen können.
          Beistand in solchen Fällen  finden Betroffene von Freunden, innerhalb der Familie oder auch im Kollegenkreis. Allein 85 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben in der Linkedin-Umfrage an, ihre persönlichen  „Krisenhelfer“ im Freundeskreis zu finden, bei 63 Prozent der  Teilnehmer waren es die Mitglieder aus der Familie. Lediglich 3,8 Prozent setzten auf den Zuspruch eines unabhängigen und beruflich erfahrenen Mentoren.

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