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Problem Personal : Fachkräfte-Knappheit kostet Mittelständler Milliarden

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Im Wettbewerb um geeignetes Fachpersonal gucken Mittelständler häufig in die Röhre Bild: dpa

Wer will schon zum unbekannten Zulieferer aufs Land, wenn es tolle Stellen beim Dax-Konzern gibt? Das fragen sich immer mehr qualifizierte Fachkräfte, beklagen Mittelständler. Mehr als 30 Milliarden Euro Umsatz gehen ihnen angeblich deshalb flöten.

          Zum Dax-Konzern nach München, Köln oder Berlin wollen noch immer viele gut qualifizierte Fachkräfte und Uniabsolventen. Doch zum mittelgroßen Unternehmen nach Böblingen oder Bad Tölz? Da wird das Personal immer knapper. Die Sorge darüber, ob es demnächst noch genügend geeigneten Nachwuchs geben wird, ist zur zweitwichtigsten der deutschen Mittelständler avanciert, gleich nach den hohen Energiepreisen. Das zeigt eine an diesem Dienstag veröffentlichte Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst & Young.

          Wegen fehlender Fachkräfte büßen mittelständische Unternehmen demnach jährlich mehrere Milliarden Euro an Umsätzen ein. Mehr als die Hälfte der 3000 jüngst befragten Unternehmen beklagen Einbußen, weil qualifiziertes Personal fehlt. Mehr als sieben von zehn Mittelständlern bezeichnen es als schwierig, geeignete neue Mitarbeiter zu finden. Und sechs von zehn Unternehmen haben aktuell offene Stellen, die sie mangels Bewerbern nicht besetzen können.

          Elf Prozent der Unternehmen gehen von erheblichen Umsatzeinbußen infolge des Fachkräftemangels aus

          Hochgerechnet summierten sich die Ausfälle auf 31 Milliarden Euro jährlich, heißt es in der Studie. Angesichts der positiven Konjunkturaussichten könnte sich das Problem in diesem Jahr noch verschärfen, vermuten die Experten. Die Firmen drohten Wachstumschancen zu verpassen, weil sie Aufträge ablehnen müssten. Das Problem treffe mittelständische Unternehmen stärker als Großkonzerne. Gerade kleinere Unternehmen in ländlicheren Regionen, deren Produkte in der breiten Bevölkerung wenig bekannt seien, hätten es tendenziell schwerer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Denn der Wettbewerb um gut ausgebildete Kräfte werde wieder härter.

          Nach einem schwachen Jahr 2013 schalte der deutsche Mittelstand generell wieder auf Wachstum um, heißt es weiter. 55 Prozent der Unternehmen rechnen demnach für 2014 mit steigenden Umsätzen, nur 7 Prozent erwarten ein Umsatzminus. Im Durchschnitt glauben die Mittelständler, dass die Umsätze um 1,2 Prozent steigen – vor einem Jahr erwarteten sie nur ein Umsatzplus von 0,8 Prozent.

          Dies sei der Grund, warum die Unternehmen planen, wieder deutlich mehr zu investieren und ihre Belegschaften aufzustocken, schreibt das Beratungsunternehmen. Mehr als ein Viertel der Unternehmen habe vor, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen – nur 9 Prozent wollen Stellen einsparen. Damit sei die Beschäftigungsdynamik so stark wie zuletzt Mitte 2011.

          Fast jeder dritte Mittelständler in Deutschland gibt an, dass Stellen in der Produktion aus Mangel an geeigneten Bewerbern unbesetzt bleiben

          Die meisten Fachkräfte fehlen übrigens nach Angaben der mittelständischen Betriebe im technischen Bereich – auf Ebene der Produktion noch mehr als auf Leitungsebene. Aber auch im Marketing, im Vertrieb und im Kundendienst wird häufig gesucht. Viele Mittelständler gaben zudem an, Mitarbeiter für Informationstechnik und Datenverarbeitung, sowie im Bereich Finanzen zu benötigen.

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