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Während der Lehre ins Ausland : FDP fordert Austauschagentur für Azubis

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Eine Auszubildende zur Mikrotechnologin im Labor Bild: dpa

Ein Auslandsaufenthalt ist bei Studenten sehr beliebt. Azubis nutzen die Möglichkeit aber vergleichsweise selten. Die FDP glaubt zu wissen, woran es liegt.

          In Deutschland absolvieren nur wenige Auszubildende während der Lehre einen Auslandsaufenthalt. Im vergangenen Jahr seien rund 37.600 Lehrlinge ins Ausland gegangen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) unter Berufung auf Regierungsangaben. Das entspricht 6,3 Prozent aller abgeschlossenen Ausbildungen. Der Anteil stieg damit aber im Vergleich zum Vorjahr: 2017 hatte er bei 5,3 Prozent gelegen.

          Etwas mehr als die Hälfte der Auszubildenden mit Auslandsaufenthalten - 3,8 Prozent aller Absolventen - nutzten das EU-Förderprogramm Erasmus+. Das vom Bundestag beschlossene Ziel ist, dass bis 2020 mindestens jeder zehnte Auszubildende bis zum Abschluss einen Auslandsaufenthalt absolviert hat.

          „Was für Studierende erfolgreich funktioniert, darf der beruflichen Bildung nicht vorenthalten werden.“

          Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Der Sprecher der FDP-Fraktion für berufliche Bildung, Jens Brandenburg, sagte den Funke-Zeitungen, die Bundesregierung müsse „jetzt endlich aktiv werden“, um das Zehn-Prozent-Ziel zu erreichen. Allzu oft würden Auslandsaufenthalte in der Ausbildung an hoher Bürokratie und engen Lehrplänen scheitern.

          Die FDP-Fraktion fordert deshalb eine Austauschagentur für die berufliche Bildung nach dem Vorbild des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Sie solle Azubis, Berufsschulen und Betriebe bei der Vermittlung, Förderung und Durchführung von Auslandsaufenthalten unterstützen, sagte Brandenburg. „Was für Studierende erfolgreich funktioniert, darf der beruflichen Bildung nicht vorenthalten werden.“

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