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6,2 Prozent : Niedrigste Jugendarbeitslosigkeit seit der deutschen Einheit

  • Aktualisiert am

Eine Ausbildung in der Autoherstellung ist noch immer beliebt. Bild: dpa

Die Zahl der jungen Erwachsenen nimmt ab. Unternehmen in Regionen mit Abwanderung bekommen Schwierigkeiten. Doch auch der Bildungshunger macht sich bemerkbar.

          Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ist auf den tiefsten Stand seit der Wiedereinigung gesunken. Die Quote betrug im vergangenen Jahr 6,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. 2005 hatte die Jugendarbeitslosigkeit noch einen Höchststand erreicht, die Quote lag damals bei 15,2 Prozent.

          Die Statistiker betonten, die Zahl der Altersgruppe von 15 bis 24 habe in den Jahren seit der Wiedereinigung deutlich abgenommen. 1991 waren es demnach noch 10,3 Millionen Menschen in dieser Gruppe, das waren 13 Prozent der Bevölkerung - 2018 zählte die Statistik nur noch 8,6 Millionen Jugendliche, 10 Prozent der Bevölkerung.

          Studentenzahl auf Rekordniveau

          Spiegelbildlich meldeten die Arbeitsagenturen vor zwei Jahren zum Start des Ausbildungsjahrs erstmals mehr freie Lehrstellen als Bewerber. Seither hat sich die Lücke vergrößert. Engpässe machen Unternehmen in einigen Regionen zu schaffen, die  von Abwanderung betroffen sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat kürzlich eine Studie vorgelegt, die diese Schwierigkeiten vor allem in ostdeutschen Regionen verortet. Zunehmend werden der Einschätzung der Fachleute zufolge aber auch westdeutsche Landstriche betroffen sein, die von Abwanderung betroffen sind.

          Hinzu kommt, dass immer mehr Jugendliche studieren und nicht arbeiten. Im Wintersemester 2017/2018 sei mit rund 2,5 Millionen Studenten ein Rekord erreicht worden. Zum Vergleich: Im Wintersemester 2007/2008 waren noch 1,7 Millionen Menschen zum Studium eingeschrieben. Das ist eine Folge der steigenden Quote von Schülern, die das Abitur machen, der Akademisierung von Berufsbildern und der Attraktivität der Universitäten. Überdies studierten im Jahr 2017 in Deutschland auch 60.000 Menschen, ohne zuvor das Abitur gemacht zu haben. Auch die erleichterten Zugangswege lassen die Zahl der Studenten waschen.

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