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Neue Studie : Probleme der Mitarbeiter kosten Milliarden

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Bild: Fürstenberg-Institut

Mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer fühlt sich einer repräsentativen Studie zufolge aufgrund arbeitsbezogener und privater Probleme oder aufgrund psychischer oder gesundheitlicher Belastungen nicht voll leistungsfähig. Die Folgekosten schätzen Wirtschaftsforscher auf 262 Milliarden Euro.

          Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland fühlt sich aufgrund arbeitsbezogener und privater Probleme oder aufgrund psychischer oder gesundheitlicher Belastungen nicht voll leistungsfähig. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie im Auftrag des Fürstenberg-Instituts, einer Beratungsfirma für das Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Das Hamburger Weltwirtschafts-Institut (HWWI) schätzt die Folgekosten dieser verminderten Leistungsfähigkeit auf 262 Milliarden Euro. Das entspricht 11,54 Prozent des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes von 2008.

          Für die repräsentative Studie hat Forsa im November 2009 Arbeitnehmer danach befragt, welche Beschwerden und Belastungen sie daran hindern, optimale Leistungen am Arbeitsplatz zu erzielen. Dabei gaben 63 Prozent der Befragten an, dass ihre Leistungsfähigkeit um mindestens ein Viertel reduziert ist. Bezogen auf alle Arbeitnehmer in Deutschland folgt daraus eine Produktivitätsminderung um 15 Prozent.

          Mangelnde Wertschätzung, betriebliche Veränderungen, Langeweile

          Als Hauptgrund für die verminderte Leistungsfähigkeit werden arbeitsbezogene Probleme genannt, wie zum Beispiel mangelnde Wertschätzung, innerbetriebliche Veränderungen und fehlende Leistungsmöglichkeiten. 60 Prozent der Befragten klagen über derartige Schwierigkeiten.

          Zweitwichtigste Ursache für die eingeschränkte Produktivität der Arbeitnehmer sind psychische Probleme. Jeder dritte deutsche Arbeitnehmer leidet unter Stress, ein Viertel der Befragten fühlt sich erschöpft. Eine etwa ebenso große Rolle wie die psychischen Probleme spielen gesundheitliche Beeinträchtigungen. 54 Prozent der Befragten gibt an, unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu leiden. Mit Abstand am häufigsten werden hierbei Rücken- und Gliederschmerzen genannt, am zweithäufigsten Kopfschmerzen.

          Immerhin 41 Prozent der Befragten führen ihre Leistungsminderung auf private und familiäre Sorgen zurück. Die Sorge um bzw. die Pflege eines Familienangehörigen ist dabei die am häufigsten genannte familiäre Belastung.

          Junge Mitarbeiter klagen häufiger als ältere

          Junge Angestellte bis 29 Jahre klagen häufiger als alle anderen Altersgruppen über Probleme am Arbeitsplatz, psychische Belastungen und private oder familiäre Sorgen. Die über 60-Jährigen beschweren sich am wenigsten; ihre Angaben liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt.

          Im Branchenvergleich fühlen sich Beschäftigte aus dem Handel insgesamt am stärksten belastet und in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

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