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Neue Studie : Bewerbern graut vor Anschreiben

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Was ist drin in der Bewerbungsmappe? Demnächst nur noch der Lebenslauf? Bild: Picture-Alliance

Fast jeder zweite Bewerber hat schon einmal den Bewerbungsprozess abgebrochen, weil er zu kompliziert war. Besonders vor den Anschreiben graut es den Kandidaten.

          Bewerber und Personalmanager finden oft nicht zusammen, wie eine neue Studie zeigt. Demnach haben 42 Prozent und damit fast jeder zweite der befragten Kandidaten schon einmal einen Bewerbungsprozess abgebrochen, weil dieser zu kompliziert war. Zudem hat den Angaben zufolge fast jeder vierte Bewerber sogar schon eine Stelle ausgeschlagen, weil er sich im Bewerbungsprozess nicht genug wertgeschätzt fühlte.

          Als besonders unnütz werden Bewerbungsfoto und Anschreiben bewertet. Hier sei die Differenz zwischen „wird von Personalern verlangt“ und „wird von Bewerbern als nützlich bewertet“ besonders hoch. Während die Hälfte der Bewerber die Formulierung des Anschreibens als den nervenraubendsten Teil einer Bewerbung einstuften, spielt der Vorgang für Personalentscheider eine große Rolle: 69 Prozent von ihnen beurteilen anhand des Anschreibens die Ausdrucksfähigkeit, 45 Prozent halten es für eine notwendige Fleißaufgabe.

          Für die Studie wurden im Auftrag der Jobsuchmaschine Indeed mehr als 500 Personalverantwortliche und mehr als 1000 Bewerber befragt.

          Manchem Unternehmen scheint es jedoch sogar bewusst zu sein, wie sehr das Anschreiben die Nerven der potentiellen Talente strapaziert. Der Versandhändler Otto teilte vor einigen Tagen mit, künftig komplett auf die Notwendigkeit eines Anschreibenes zu verzichten. Stattdessen könnten Bewerber eine Motivationsfrage beantworten. Der Versandhändler ist dafür bekannt, mit verschiedensten Mitteln zu versuchen, beim potentiellen Nachwuchs beliebter zu werden. So dürfen Bewerber etwa im Vorstellungsgespräch ihre Interviewer auf Wunsch duzen.

          Im internationalen Kontext sind Bewerbungen ohne Anschreiben und auch ohne Foto ohnehin üblicher als hierzulande. Ausländische Kandidaten wundern sich oftmals darüber, welcher Aufwand in Deutschland für das Eigenmarketing betrieben werden muss.

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