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Neue Studie : Beruf und Familie gehen noch immer schwer zusammen

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Mehr als die Hälfte der Eltern beklagen, dass sie ihre familiären und beruflichen Pflichten bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber schlecht unter einen Hut kriegen. Was die Unternehmen anbieten und was nicht zeigt eine neue Studie, die FAZ.NET vorliegt.

          62 Prozent der Eltern in Deutschland sagen, dass Beruf und Familie bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber nur schwer zu vereinbaren sind. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie der Krankenkasse Pronova BKK, die FAZ.NET vorab vorliegt. 16 Prozent der Befragten gaben sogar an, ihr Arbeitgeber biete keinerlei familienfreundliche Leistungen. Für die Studie wurden in ganz Deutschland 1000 Familien mit mindestens einem Kind im Haushalt repräsentativ befragt.

          Die Befragung zeigt, dass Arbeitgeber noch deutlich mehr tun könnten, um den durch Job und Kinder doppelt belasteten Familien das Leben leichter zu machen. Besonders Home-office-Angebote sind selten – nur 15 Prozent der deutschen Eltern erhalten diese. Flexible Arbeitszeiten werden dagegen deutlich häufiger angeboten - 47 Prozent der Befragten profitieren davon.

          Nur wenige helfen bei der Betreuung

          Hingegen schert es die Arbeitgeber offenbar wenig, ob und wie gut Eltern ihren Nachwuchs während der Arbeitszeit betreuen lassen können: Nur 9 Prozent der befragten Familien gaben an, dass ihre Firma einen Betriebskindergarten hat. Weitere 8 Prozent bekommen immerhin finanzielle Zuschüsse für die Kinderbetreuung. Zudem zeigt die Studie einmal mehr, dass es Eltern von Schulkindern aufgrund der vielen Ferien besonders schwierig haben, Job und Familien miteinander zu vereinbaren: Gerade einmal 5 Prozent der Befragten sagten, ihr Arbeitgeber mache Angebote zur Betreuung von Kindern in den Schulferien.

          Insgesamt lässt die Einstellung der Deutschen Gesellschaft den Familien gegenüber offenbar weiter zu wünschen übrig. 73 Prozent der deutschen Familien sind der Meinung, dass der gesellschaftliche Stellenwert der Familie hierzulande in den vergangenen zehn Jahren gesunken ist. Nur vier von zehn Familien bezeichnen Deutschland als familienfreundlich.

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